Diese Unternehmen aus Düsseldorf sind Hidden Champipons: Gea, Arla, Gerresheimer oder Komatsu

Unbekannte Weltmarktführer: Das sind Düsseldorfs stille Wirtschafts-Giganten

Gea, Arla, Gerresheimer oder Komatsu sind Weltmarktführer ihrer Branchen. In ihrer Heimat Düsseldorf sind sie weitgehend unsichtbar.

Gea, Arla, Gerresheimer oder Komatsu sind Weltmarktführer ihrer Branchen. In ihrer Heimat Düsseldorf sind die Unternehmen dagegen weitgehend unsichtbar. Wir stellen sie vor.

Henkels Persil ist made in Düsseldorf. Teekanne macht sogar Fernsehwerbung. Dass Vodafone und die Metro am Rhein zuhause sind, ist bundesweit bekannt. Altbier und Löwensenf sowieso. Aber Komatsu, Arla, Gea, Gerresheimer? Die Namen sind selbst für viele Wirtschaftsinteressierte keine, die sofort mit Düsseldorf in Verbindung gebracht werden. Wir zeigen vier Wirtschafts-Giganten, die in Düsseldorf trotz ihrer Größe eher ein Schattendasein führen.

Komatsu baut in Benrath die größten
Komatsu baut in Benrath die größten Kettenbagger der Welt. Foto: Werk

Komatsu Mining

Das in Düsseldorf mit die größten Hydraulik-Bagger der Welt entstehen, ist fast schon ein Geheimnis. Dabei gibt es einen Zusammenhang. Denn die Düsseldorfer werden in ihrer Heimatstadt nie live eines der Produkte aus dem Hause Komatsu Mining zu sehen bekommen. "Die Bagger sind einfach zu groß, um in fertigem Zustand überhaupt transportiert werden zu können", heißt es von der Marketing-Abteilung von Komatsu. Sie werden in Einzelteilen und per Schwertransport meist nachts vom Komatsu-Werk an der Forststraße in Benrath in den nahen Reisholzer Hafen gebracht. Dort geht es aufs Schiff, meist zu Überseehäfen und dann, vielleicht irgendwo am anderen Ende der Welt, zum Kunden. In den Minen Kanadas, Australiens oder in Sibirien werden sie dann von Komatsu-Monteuren erstmals zusammengebaut. 1907 verließ der erste Bagger in Demag-Lizenz das Werk - es war ein elektrisch betriebener Seilbagger für den Tagebau.

Seit der Zerschlagung von Mannesmann gehört das Werk zur japanischen Firma Komatsu. Das größte derzeit angebotene Modell made in Düsseldorf namens Komatsu PC 8000 bringt 750 Tonnen auf die Waage. Seine Schaufel hat ein Fassungsvermögen von 42 Kubikmeter oder rund 300 Badewannen.

Arla

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Wer die Werbung des Molkereikonzerns im Fernsehen sieht, mit glücklichen Kühen auf übertrieben grünen Wiesen, der ahnt nicht im geringsten, dass der Konzern seine Deutschlandzentrale an der Wahlerstraße hat, im gar nicht so grünen Gewerbegebiet im Stadtteil Rath. Arla ist eine schwedisch-dänische Molkereigenossenschaft. Deutschland ist deren größter Markt und Düsseldorf die Deutschland- und Niederlande-Zentrale. Bereits seit 1952 sind Arla-Produkte in Deutschland erhältlich. Deutsche Landwirte sind jedoch erst durch die Fusion mit der im norddeutschen Upahl ansässigen Hansa Milch Anfang 2011 bei Arla Foods. Zu den bekanntesten Marken gehören Buko, Kærgården und Castello.

Gea

Das Unternehmen ist auch deshalb in Düsseldorf kaum bekannt, weil der Konzernsitz erst vor wenigen Jahren von Bochum in die Airportcity verlegt wurde. Gea ist ein Maschinenbauer. Die Produkte sind für die Lebensmittelindustrie, etwa Melkanlagen, Brauerei-Abfüllanlagen oder Maschinen zur Nudelherstellung. Und Gea ist ein Riese. Der im MDax gelistete Konzern hat (Stand gestern) einen Börsenwert von knapp sechs Milliarden Euro. Früher hieß Gea Metallgesellschaft. Mitarbeiter: 17.500 weltweit.

Gerresheimer ist heute weit mehr als
Gerresheimer ist heute weit mehr als eine Glashütte. Foto: A. Endermann

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Wer Gerresheimer hört, denkt in Düsseldorf meist an einen Menschen aus dem gleichnamigen Stadtteil oder an die längst geschlossene Glashütte. Diese ist auch die Keimzelle des MDax-Konzerns, der heute aber viel mehr macht. Statt der Pfandflaschen und Einmachgläser, die das markante G mit der Krone trugen, stellt Gerresheimer heute überwiegend Medizinverpackungen her - aus Glas und seit viele Jahren auch aus Kunststoff. Die Zentrale wurde vor wenigen Jahren vom Zentrum in die Airportcity verlegt. Von hier aus wird das Unternehmen mit seinen Produktionsstandorten und rund 10.000 Mitarbeitern in aller Welt gelenkt. Umsatz: 1,4 Milliarden Euro.

(tb)