Dienstwagen-Affäre bei der Düsseldorfer Rheinbahn

Dienstwagen-Affäre bei der Düsseldorfer Rheinbahn : Für die Rheinbahn-Vorständin wird es eng

Am Donnerstag entscheidet sich die Zukunft von Sylvia Lier. Die einflussreichen Mitarbeiter-Vertreter fordern ihre Ablösung. Statt einer Kündigung könnte sie aber auch eine andere Aufgabe erhalten.

(arl) Die Dienstzeit der ersten Frau im Rheinbahnvorstand könnte am Donnerstag nach knapp einem halben Jahr zu Ende sein. Der Aufsichtsrat der Rheinbahn kommt zu einer Sondersitzung zusammen, deren Tagesordnung nur einen Punkt hat: „Vorstandsangelegenheiten.“

Die Vorzeichen stehen schlecht für die Managerin: Die Arbeitnehmervertreter fordern eine Absetzung. Das hat bei der Rheinbahn als mitbestimmtes Unternehmen großes Gewicht: Die Hälfte der Sitze im Aufsichtsrat entfällt auf die Mitarbeiter. In der Mitarbeiterschaft empören sich viele über die Vorwürfe in der Dienstwagen-Affäre, dazu kommt, dass die Managerin sich offenbar Feinde gemacht hat – was auch Folge ihrer Aufgabe sein könnte: Sie sollte als Finanzvorstand frischen Wind in das zuletzt kriselnde Unternehmen bringen.

Ungewiss sind die finanziellen Folgen. Die Anwälte beider Seiten haben sondiert. Die Managerin, die einen Dreijahresvertrag hat, könnte bei einer Kündigung mehr als eine halbe Million Euro erhalten. Offenbar wurde aber auch nach anderen Lösungen gesucht: Lier, die als Expertin für vernetzte Mobilität gilt, könnte eine andere Aufgabe erhalten. Denkbar wäre etwa der Posten als Geschäftsführerin der neu zu gründenden städtischen Mobilitätsgesellschaft.

Lier steht wegen ihrer Dienstwagen-Nutzung in der Kritik. Sie hatte zwar erklärt, dass sie als Vorbild für eine Verkehrswende meist mit der Bahn aus Pulheim anreisen will – allerdings ihrem Mann ihren Dienstwagen überlassen, der fast 14.000 Kilometer fuhr und auch ihre Kreditkarte nutzte. Es ist unklar, ob es Anlass für eine fristlose Kündigung gibt. Der Aufsichtsrat muss aber in jedem Fall abwägen, ob sie noch genügend Rückhalt hat.