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Die Zahl der Arbeitslosen steigt in Düsseldorf stark

Corona-Folgen für den Arbeitsmarkt : Die Zahl der Arbeitslosen steigt in Düsseldorf stark

Die Unternehmen bieten zudem deutlich weniger neue Stellen an. Von „massiven Folgen“ der Corona-Pandemie für den Arbeitsmarkt spricht der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in der Stadt.

Die Corona-Krise hat massive Folgen für den Arbeitsmarkt in Düsseldorf. Robert Köpke, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Düsseldorf, sagt: „Während die Arbeitslosigkeit gestiegen ist, nahm die Nachfrage nach Arbeitskräften ab.“ Das sei vor allem auf die wirtschaftlichen Einschränkungen in Folge der Pandemie zurückzuführen. Vor allem zeigt sich, dass deutlich mehr Düsseldorfer arbeitslos sind. 27.486 waren es im Mai, ein Zuwachs von 22 Prozent im Vergleich zum Mai 2019 und von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im März waren es noch 22.623 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei acht Prozent.

Laut Köpke ist diese Entwicklung über „fast alle Branchen hinweg“ zu beobachten. So gebe es mehr Entlassungen, viele Selbstständige hätten zudem ihre Tätigkeit aufgegeben. Und die Perspektiven für die Betroffenen ist nicht gut. Denn die Zahl der neuen Stellen geht stark zurück. 833 wurden im Mai nur noch gemeldet, 32,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Immerhin zeigt sich eine leichte Verbesserung zum April, da hatten Arbeitgeber nur 616 neue Jobs angezeigt. Insgesamt waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Düsseldorf im Mai 4.047 offene Arbeitsstellen gemeldet worden, ein Rückgang von 14 Prozent gegenüber April.

Hinzu kommt, dass sich weiter viele Düsseldorfer in Kurzarbeit befinden. Im Mai haben 783 Betriebe für 16.301 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt (Datenstand 27. Mai). In März und April hatten noch 7.798 Unternehmen für potenziell 180.462 Angestellte Kurzarbeit angemeldet. Köpke: „Die Entwicklung ist beispiellos. Fast die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Düsseldorf ist potenziell betroffen.“ Ganz sicher sei das nicht zu sagen, da nicht jede angezeigte Kurzarbeit realisiert werde. Zudem sei auch noch nicht statistisch darzustellen, wie viele Unternehmen wieder aus der Kurzarbeit raus seien.

Etwas bessere Aussichten gibt es für die Weiterbildung. Nach einem Einbruch des Angebots sind nun laut Köpke vielfach Schutz- und Hygienemaßnahmen getroffen worden. „Viele Weiterbildungsanbieter haben ihre Präsenzangebote wieder aufgenommen oder stellen digitale Weiterbildungsangebote bereit.“