Die wichtigsten Fragen zur Umweltspuren in Düsseldorf

Umstrittener Verkehrsversuch : Was man zum Start der Umweltspuren in Düsseldorf wissen muss

Am Montag, 11 Uhr, geht die erste Umweltspur in Betrieb. Die neue Regelung sorgt bei vielen Autofahrern für Unsicherheit. Wir beantworten die häufigsten Fragen.

Die neuen Umweltspuren bewegen viele Menschen in Düsseldorf und dem Umland – vor allem Berufspendler. Viele Leser haben unserer Redaktion Fragen gestellt. Das sind die wichtigsten Antworten:

Woher verlaufen die Spuren? Auf der Merowingerstraße in Bilk wird zwischen Südring und Ludwig-Hammers-Platz (kurz vor dem Bahnhof Bilk) in Richtung Innenstadt die Umweltspur eingerichtet. Auf der Prinz-Georg-Straße in Pempelfort wird in beiden Richtungen eine Umweltspur zwischen Moltkestraße und Bagelstraße markiert. Beide Strecken sind rund 500 Meter lang. Für Autos verbleibt damit eine der beiden Spuren pro Richtung.

Woran sind die Spuren zu erkennen? Rechtlich ist die Umweltspur eine Busspur mit Zusatzfreigaben. Sie wird gekennzeichnet durch ein rundes Schild mit einem weißen Bus auf blauem Grund und drei Zusatzschilder. Außerdem werden Bus- und Rad-Piktogramme auf der Fahrbahn aufgetragen.

Wer darf auf der Spur fahren? Linien- und Schulbusse, Radfahrer, Pedelecs, Taxen sowie Autos und Motorräder mit E-Kennzeichen. Auch OB Thomas Geisel darf mit seinem Diese-Fahrzeug die Spuren befahren.

Wann gehen die Spuren in Betrieb? Die Bilker Spur geht am Montag, 11 Uhr, in Betrieb, die in Pempelfort am Dienstag.

Wie wird kontrolliert? Von der Stadt heißt es, man setze vor allem auf die Einsicht der Autofahrer. Falls Verstöße von Autofahrern zum Problem werden, dürfte es umfangreichere Kontrollen der Polizei geben. Das missbräuchliche Befahren kostet 15 Euro.

Was ist mit Rettungsdiensten? Rettungsdienste dürfen, genau wie die Müllabfuhr, die Spur befahren.

Ist das Abbiegen immer noch möglich? Ja. Vor Kreuzungen wird die Umweltspur aufgehoben, damit sich die Rechtsabbieger aufstellen können. Das Linksabbiegen verläuft wie gewohnt.

Ist das Parken wie bisher möglich? Ja. Zumindest während der einjährigen Testphase ändert sich nichts. Sollten die Spuren dauerhaft bleiben, müssten die Schrägparkplätze an der Merowingerstraße durch Längsparkplätze ersetzt werden oder wegfallen. Sie gelten als zu gefährlich. Wegen des großen Aufwands passiert das aber jetzt noch nicht.

Wieso werden die Spuren eingeführt? Der Grund sind die drohenden Fahrverbote für Diesel. Umweltministerium, Bezirksregierung und Stadt sehen inzwischen schlechte Chancen vor Gericht, wenn an Brennpunkten mit zu hoher Luftbelastung nicht umgehend etwas passiert. Die Umweltspuren sollen kurzfristig Abhilfe für die Anwohner schaffen. Sie bedeuten zwar eine Einschränkung für den Autoverkehr, erlauben aber, dass alle die Strecken nutzen. Es wird erwartet, dass viele Autofahrer auf andere Strecken ausweichen. Die Spuren sollen aber auch eine Signalwirkung haben, dass Düsseldorf die Alternativen zum Auto fördert.

Kommen weitere Umweltspuren? Ja. Im Sommer soll eine weitaus längere Umweltspur auf der Achse Mecumstraße-Corneliusstraße-Berliner Allee-Kaiserstraße folgen. Geprüft wird auch die Gegenrichtung der Merowingerstraße – und eine Freigabe für Fahrgemeinschaften.

Wann wird über den dauerhaften Verbleib entschieden? Der Test ist auf ein Jahr begrenzt, vor Ablauf wird entschieden. Von Anfang an werden die Auswirkungen auf Luftqualität und Verkehr gemessen.

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