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Düsseldorf: Die verrückteste Karnevalsparty der Stadt

Düsseldorf : Die verrückteste Karnevalsparty der Stadt

Die KG Regenbogen vereint ausgefallene Kostüme mit ungewöhnlichen Auftritten.

Karneval in seiner buntesten Form gab es am Samstagabend im Stahlwerk an der Ronsdorfer Straße. Die Karnevalsgesellschaft Regenbogen veranstaltete ihre große Sitzungsparty, und mehr als 1100 Gäste feierten mit. Wie in jedem Jahr seit der ersten Sitzungsparty 2002 war die Feier ausverkauft. Dieses Mal waren Anfang Januar alle Tickets vergriffen.

Ob als Superhelden, als kleine Schafsherde, im Dirndl oder als frisches Obst - die Gäste des Vereins waren bei der Auswahl ihrer Kostüme so kreativ wie eh und je. Immer beliebter werden dabei offensichtlich leuchtende Verkleidungen. Mit Lichterketten und LEDs werden Kleidersäume, Taschen und Hüte ausgestattet. Viele Besucher orientierten sich auch an dem eigenen Motto "Min Ding ist din Ding" und kamen in asiatisch angehauchten Kostümierungen.

Wie das Publikum, das zum Teil aus Berlin und Dresden angereist war, war auch das Programm vielseitig. Eine kunterbunte Mischung aus Tanz und Musik sorgte für ausgelassene Stimmung. Nicht zuletzt durch klassische Karnevals-Acts wie Brings oder Alt Schuss. Aber es gab auch gänzlich unkarnevalistische Überraschungen. So eröffnete die in Düsseldorf gegründeten Trommlergruppe Wadokyo den Abend. Und auch der Auftritt des Männerballetts "Die Tanzbienen" war alles andere als erwartbar. Die Tänzer wechselten auf der Bühne ihre Kostüme und überzeugten mit ihren sympathisch-tollpatschigen Choreographien so sehr, dass das Publikum sie gar nicht aus dem Saal entlassen wollte. Den Höhepunkt der Show boten dann, ebenfalls tänzerisch, die "Fidelen Sandhasen", mit schnellen Choreographien und beeindruckender Akrobatik.

Dem Titel "Sitzungsparty" macht die Feier so alle Ehre. "Wir wollen uns gezielt ein Stück weit von dem klassischen Sitzungskarneval abgrenzen", sagt Norman Sandrock, Pressesprecher der KG Regenbogen. Deshalb verzichte man unter anderem komplett auf Büttenredner. Zudem komme hinzu, dass sich die Vereinsmitglieder nicht besonders ernst nehmen. So feierte der Vorstand auf der Bühne ordentlich mit, anstatt das Programm passiv zu verfolgen. "Mit dieser Ausrichtung gelingt es uns durchaus auch Leute anzusprechen, die mit Karneval nicht viel am Hut haben", sagt Sandrock.

Die Ausrichtung auf mehr Party als Sitzung hat allerdings auch seinen Preis. Sitzplätze gibt es nicht, was bei manchen Gästen als einziger Kritikpunkt gesehen wurde. Denn wer sich etwas zu essen kaufte, stand oft etwas verloren im Raum. Andere hatten mehr Glück und konnten sich frühzeitig einen der heiß begehrten Stehtische sichern.

Mitten am Partyabend ist die schwul-lesbische Karnevalsgesellschaft sogar noch unverhofft um ein Mitglied gewachsen. Prinz Christian III., der den Jecken mit Venetia Alina und den Garden von Blau-Weiss und Rot-Weiss im Stahlwerk einen Besuch abstattete, unterschrieb noch auf der Bühne einen Mitgliedsantrag der KG Regenbogen. "Cooler Auftritt, willkommen bei der KG Regebogen", kommentierte Carsten Franke, Karnevalsprinz von 2013, anschließend auf Facebook den Entschluss.

(RP)