Artenvielfalt in Düsseldorf: Die Tierhauptstadt am Rhein

Artenvielfalt in Düsseldorf : Die Tierhauptstadt am Rhein

Eine Vielzahl von Wildtieren lebt im Stadtgebiet. Manche hausen Seite an Seite mit den Menschen, einige sind eingezäunt, wieder andere vermehren sich nahezu unkontrolliert. Doch sie alle tragen zur Vielfalt der Düsseldorfer Tierwelt bei.

586.850 Einwohner zählt die Landeshauptstadt derzeit. Menschliche. Denn in den vielen Park-, Wald- und Wiesenflächen sowie am und im Rhein tummelt sich eine Vielzahl von Wildtieren, die man in einer dicht besiedelten Stadt nicht unbedingt vermuten würde — vom Wildschwein bis zum Eichhörnchen, vom Turmfalken bis zum Halsbandsittich.

Die meisten der Tiere leben Seite an Seite mit den Menschen, haben sich längst angepasst. So die Füchse: Etwa 100 Stadtfüchse gibt es in Düsseldorf, die sich von ihren Verwandten auf dem Lande durch einen leicht veränderten genetischen Code unterscheiden. "30 bis 40 Füchse ziehen wir jedes Jahr aus dem Verkehr", sagt Förster und Kreisjagdberater Jürgen Wippermann. "Bei der Jagd geht es um Nachhaltigkeit, also darum, die Bestände konstant zu halten, um die Artenvielfalt zu bewahren."

Was passiert, wenn Populationen sich unkontrolliert ausweiten, weil ihnen die natürlichen Feinde fehlen und sie im Stadtgebiet nicht bejagt werden dürfen, ist rund um den Volksgarten zu beobachten: Die inzwischen mehr als 1000 Halsbandsittiche, eine grüne Papageienart, die 1983 erstmals in Düsseldorf auftrat, plagen Gärtner, indem sie ihnen die Obstbäume kahl fressen. "Von ihrer Schlafkolonie im Volksgarten und einer Dependance im Schlosspark Benrath aus fliegen sie tagsüber mittlerweile das ganze Stadtgebiet an", sagt Günther Steinert, Vorsitzender des Stadtverbandes des Naturschutzbundes (Nabu). Auch die Kanada- und Nilgänse rund um den Unterbacher See, die in dieser Badesaison durch einen Falkner und seinen Bussard vom Strandbad ferngehalten werden sollen, und die wieder eingewanderten Kormorane erfreuen sich eingeschränkter Beliebtheit.

Viele der Wildtiere sind scheu und entsprechend selten anzutreffen. Dennoch gebe es im Stadtgebiet vereinzelt Waschbären, Dachse, Steinmarder, Iltisse und Wiesel, sagt Jürgen Wippermann; ebenso Nutrias (Biberratten), speziell im Bereich des Yachthafens, Bisamratten und "eventuell einige Nerze". Einzig auf dem Hubbelrather Golfplatz wurde bisher der Siebenschläfer nachgewiesen — Feldhasen und Kaninchen hingegen sind bei jedem Parkspaziergang in der Dämmerung zu beobachten. "Davon gibt es in Düsseldorf besonders wegen der sandigen Böden mehr als in anderen Großstädten", weiß Günter Heuser, der Vorsitzende des Beirats der Unteren Landschaftsbehörde.

Die größten Tiere, Reh- und Schwarzwild (Wildschweine), kommen in Düsseldorf zwar größtenteils eingezäunt vor — im Wildpark Grafenberger Wald ebenso wie im Garather Forst. "Aber besonders in Hassels und Hubbelrath treiben sich auch schon einmal frei lebende Wildschweine herum", sagt Wippermann, "und Rehe auch schon mal in Eller." In eher ländlich geprägten Stadtteilen wie Himmelgeist sei besonders Niederwild wie Fasane und Rebhühner vertreten.

Um die Wiederansiedlung mancher Tierart musste hart gerungen werden. Mit der Aktion "Kein Turm ohne Falke" hat sich der Naturschutzbund für Turmfalken stark gemacht. Ebenso gibt es derzeit vier Wanderfalken-Brutpaare in der Landeshauptstadt, etwa im Turm der Rochuskirche und am Kraftwerk — noch 1970 hatte der Raubvogel in ganz Nordrhein-Westfalen als ausgestorben gegolten. Neben Möwen gebe es in Düsseldorf zudem Milane, Habichte, Bussarde, Weihen und Eulenvögel.

Nachgewiesen sind ferner elf Amphibienarten, neben der Erdkröte und Wanderschildkröte auch die seltene Kreuzkröte.

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(RP)