Kolumne Auf Ein Wort: Die Reise zum Osterfest

Kolumne Auf Ein Wort : Die Reise zum Osterfest

Archimandrit Theofanis Lappas über Auferstehung und Fastenzeit

Wer sich auf eine Reise begibt, muss wissen, welches Ziel er hat. Ähnlich verhält es sich bei der Großen Fastenzeit. Es geht um eine geistige Reise, die als Ziel das Osterfest hat. Wer in dieser Nacht nur einmal jene einzigartige Freude erlebt hat, der kennt es.

Aber was ist diese Freude? Das neue Leben, das vor circa zweitausend Jahren "aus dem Grabe auferstanden ist", und uns gegeben wurde. Es wurde uns an dem Tag gegeben, als wir getauft wurden, an jenem Tag nämlich, worüber der Apostel Paulus sagt: "So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln" (Röm. 6,4).

Es ist ein Geschenk, das unsere Einstellung zu jeder Situation in dieser Welt, auch dem Tod gegenüber, radikal ändert. Es gibt uns die Kraft, den Sieg über den Tod triumphierend zu bestätigen. Den Tod gibt es natürlich immer noch. Aber unser ganzer Glaube basiert darauf, dass Jesus Christus durch seinen eigenen Tod das Wesen des Todes verändert hat. Er hat ihn zur Passage, zum Durchgang, zum Pas-cha (Ostern), in das Königreich Gottes gemacht.

In Wirklichkeit leben wir allerdings, als ob Jesus Christus nicht auferstanden wäre und dieses einzigartige Ereignis keinen Sinn für uns hätte. Und dies wegen unserer Schwäche, standhaft mit "Glaube, Hoffnung und Liebe" zu leben auf dem höheren Niveau, auf das Er uns gehoben hat, als Er sagte: "Sucht zuerst das Königreich Gottes und seine Gerechtigkeit!" Wenn wir dies anerkennen, dann können wir verstehen, was Ostern ist und wozu die 40-tägige Fastenzeit dient, auch wie sie uns hilft, die Vision und den Genuss dieses neuen Lebens, die wir leicht verlieren, wiederzufinden.

(RP)