Die Papierfabrik in Düsseldorf ist dann mal weg

Gelände am Düsseldorfer Hafen: Die Papierfabrik ist dann mal weg

Die 100-jährige Hermes-Geschichte am Düsseldorfer Hafen ist zu Ende, die ehemalige Papierfabrik wird abgerissen. Für das dort entstehende C-view gibt es bereits die ersten Mietinteressenten.

Lange hat es ausgesehen, als würde die Ruine niemals verschwinden. Die alte Papierfabrik im Hafen, ein Dorado für Abenteurer, Hobby- und Profifotografen und für allerhand zerstörungswütiges Volk, schien unkaputtbar. Aber jetzt geht es voran. Im Spätsommer soll das 25.000 Quadratmeter große Gelände bereit sein für einen Neubau.

C-view heißt das Büro- und Logistikzentrum, das Investor Markus Mertens schon im Kopf hatte, als er mit seiner Rialto Capital AG das Areal 2015 kaufte. Damals hatte der Immobilienfachmann sogar noch darüber nachgedacht, Teile des 100 Jahre alten Fabrikgebäudes zu erhalten, überlegte sogar, einzelne der zahllosen Graffiti, mit denen mehr oder minder begabte Künstler jeden Quadratzentimeter des Mauerwerks überzogen hatten, zu erhalten. Doch dann hatte ein Feuer jede dieser Ideen zunichtegemacht.

Vor dem Hintergrund der Vandalismus-Geschichte am Standort ist durchaus wörtlich gemeint, wenn die Vermarktungsgesellschaft Lions Trust damit wirbt, dass sich die C-view-Offices wie Phönix aus der Asche erheben werden. 2020 sollen die ersten Mieter einziehen können, man sei bereits in ernsthaften Verhandlungen mit mehreren Interessenten, erklärt Tim Cramer von Rialto Capital.

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Direkt am Hafenbecken sollen auf 7000 Quadratmetern 13 hochwertige Büroflächen entstehen, die auf die Bedürfnisse der Mieter zugeschnitten werden können. Und wenn zu diesen Bedürfnissen traumschöne Arbeitsplätze gehören, dann sind die bereits erfüllt: Die Architekten von greeen! haben für jede Büroeinheit Terrassen und bodentiefe Fenster mit Blick auf das Hafenbecken vorgesehen, und auch die 1000 Quadratmeter große Dachterrasse für alle Mietparteien dürfte ein Highlight werden.

Bis dahin ist aber noch viel zu tun. Seit Februar wurden die rund 45.000 Kubikmeter umfassenden Gebäudeteile entkernt, die zur Wasserseite sind bereits abgerissen, denen an der Straßenseite steht das noch bevor. Rund zwei Millionen Euro kostet der Abriss, die hatte Investor Mertens zu dem - vertraulich gebliebenen - Kaufpreis kalkuliert. Teuerer wurde die Realisierung von C-view vor allem, weil die Ruine für tausende Euro nahezu wöchentlich neu gegen unbefugte Eindringlinge geschützt werden musste.

(sg)