Düsseldorf: Die neue Zentrale der Rheinbahn

Düsseldorf: Die neue Zentrale der Rheinbahn

In zwei Wochen verlässt die Rheinbahn ihre alte Firmenzentrale in Oberkassel. Gestern stellte sie ihr neues Domizil in Lierenfeld vor.

Die Form des Gebäudes erinnert an ein "H" wie Haltestelle. Damit passt das Bürogebäude auch äußerlich zu dem Unternehmen, dessen Zentrale es ab dem 24. April sein wird: der Rheinbahn. Gestern stellten die Vorstände des Nahverkehrsunternehmens Klaus Klar und Michael Clausecker gemeinsam mit den Projektleitern Thorsten Fischer und Jörg Matthes das 35-Millionen-Euro-Objekt auf dem Betriebshof an der Lierenfelder Straße der Öffentlichkeit vor. Nicht einmal zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich. "Eine bei Bauvorhaben seltene Punktlandung", sagt Klar.

Die Erwartungen des Unternehmens, das nach viereinhalb Jahrzehnten seinen Standort an der Hansaallee aufgibt, an die neue Zentrale sind hoch. "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Verwaltung und Betriebshof zusammenzulegen. Das wird die Kommunikationen verbessern", sagt Klar und blickt auf eine Baustelle einen Steinwurf vom Haupteingang entfernt. "Wir sanieren die Kantine, hier werden Fahrer und Büromenschen miteinander essen - wir haben das bewusst so konzipiert", meint er. In der Sprache der Ökonomen heißt das: Synergien in Betrieb, Technik und Verwaltung nutzen.

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13.300 Quadratmeter umfasst das mit grauem Klinker verkleidete sechsgeschossige Gebäude, das ab 2018/19 auch die derzeit noch an der Heinrich-Heine-Allee gelegene Leitstelle beherbergen wird. In der Geschichte des Nahverkehrsunternehmens ist der Neubau die fünfte Hauptverwaltung seit 1896. Gut 380 Mitarbeiter werden dort künftig arbeiten. "Wir werden anders arbeiten", sagt Fischer, während er sich auf eine Tischplatte stützt. Die deckt zwei darunter liegende Schränke ab. Das ganze Ensemble steht auf dem Flur. Und genau das ist gewollt. Denn in die Erarbeitung des Konzepts wurden die Mitarbeiter einbezogen. "Und die wünschen sich Transparenz und Offenheit. Dafür haben wir Gelegenheiten geschaffen, wir fördern sozusagen den gern zitierten Flurfunk, weil wir ihn für wichtig halten", sagt Klar. Das gelte auch für die als "Coffee Points" bezeichneten Teeküchen, in denen es eben nicht nur um die klassische Pause, sondern auch um Arbeitsgespräche in angenehmer Atmosphäre gehen soll. Zu den Neuerungen der neuen Rheinbahn-Herzkammer zählen auch besondere Haltestellen für Fahrräder. Diese liegenganz komfortabler gleich am Gebäude der Zentrale und sind dort vor Regen geschützt - eine bewusste Privilegierung derjenigen, die für den Weg zur Arbeit auf das eigene Auto verzichten.

Nutzen wird sie ab dem 24. April auch Rheinbahn-Chef Michael Clausecker, der im Winter die 3,3 Kilometer von seinem Zuhause zur Arbeit am liebsten mit dem Rad zurücklegt. Die Entscheidung, Oberkassel aufzugeben, sei mutig gewesen, meint Clausecker. Für das Unternehmen habe sie sich jedoch als Glücksfall erwiesen. "Mit dem Verkauf der Grundstücke in Oberkassel haben wir rund 50 Millionen Euro eingenommen, daraus konnten wir den Neubau komplett bestreiten." Die restlichen knapp 15 Millionen Euro will die Rheinbahn für weitere Investitionen im Verkehrsbereich nutzen.

(jj)
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