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Preis für Courage: Die mutigsten Düsseldorfer

Preis für Courage : Die mutigsten Düsseldorfer

Die Kampagne "Düsseldorfer Courage" zeichnet Bürger aus, die gehandelt haben, wenn andere Hilfe brauchten. Sie haben Verbrechen verhindert und Opfer geschützt.

Als im Jahr 1999 eine junge Frau aus einer Straßenbahn gezerrt wurde, schauten viele Fahrgäste tatenlos zu. Wenig später wurde die Studentin vergewaltigt. Die Stadt entschloss sich daraufhin, Zivilcourage und entschlossenes Handeln zu fördern. Jedes Jahr werden Bürger geehrt, die Verbrechen verhindert, Täter gefasst oder großen Sachschaden vermieden haben. Einer von ihnen ist Jakob Loers, der gestern gemeinsam mit neun anderen couragierten Bürgern im Rathaus mit der silbernen Ehrenadel der Stadt ausgezeichnet wurde. Der 19-Jährige war am Abend des 22. Dezember 2011 in der Regiobahn vom Düsseldorfer Hauptbahnhof in Richtung Mettmann unterwegs.

Auf der Fahrt zwischen Flingern und Gerresheim wurden die Fahrscheine kontrolliert. Ein Mann hatte offenbar kein Ticket gelöst, wurde wütend und aggressiv. Mit Gewalt drückte er den Kontrolleur in eine Ecke und bedrohte ihm mit einem Taschenmesser. Am Gerresheimer Bahnhof angekommen, wollte der Kontrolleur Kontakt mit dem Fahrer der Regiobahn aufnehmen. Wieder verfolgte ihn der Fahrgast und griff den Schaffner an. In diesem Moment hat Jakob Loers nicht mehr lange überlegt. "Ich hab den Täter festgehalten, dann haben mit sofort andere geholfen", sagt der 19-Jährige. Mit dabei war der 62-jährige Uwe Lück, der dabei half, den renitenten Wohnungslosen so lange festzuhalten, bis die Polizei eintraf.

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Bis die Polizei da war, so lange hat auch Shervin Shadjari nicht gewartet. Der 47-Jährige betreibt an der Gumbertstraße in Eller ein Juweliergeschäft. Am 4. April vergangenen Jahres bekam er mit, dass die Verkäuferin in einem benachbarten Laden überfallen wurde. Der Täter — ein Drogensüchtiger, wie sich später herausstellte — bedrohte die Verkäuferin mit einer 18 Zentimeter langen Klinge. Ohne zu zögern, nahm Shervin Shadjari die Verfolgung auf. An einer nahe gelegenen Haltestelle stellte er den Räuber. "Ich habe nicht lange überlegt, ich hab ihm einfach gesagt, er soll mir das geraubte Geld wieder geben", sagt Shervin Shadjari. Bis auf 50 Euro konnte er die Beute tatsächlich wieder beschaffen, seinen Laden ließ er derweil alleine. Der Täter konnte zwar zunächst flüchten, wurde aber später geschnappt. Beigeordneter Stephan Keller lobte den Einsatz der Bürger. Im Zweifel solle man aber immer die Polizei anrufen.

(RP)