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Düsseldorf: Die Grenzen regionaler Kooperation

Düsseldorf : Die Grenzen regionaler Kooperation

Die Woche im Rathaus Im Vorfeld des Regio-Gipfels sorgte Kölns OB mit dem Begriff Metropolregion Köln beim Düsseldorfer Stadtoberhaupt für Irritationen. Es soll nur ein Versprecher gewesen sein. Vorbild für regionale Zusammenarbeit sind die Häfen. Bei der Rheinquerung U 81 jedoch hakt es.

Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) wird in den nächsten Tagen Post aus Köln bekommen. Von seinem Amtskollegen aus der Domstadt, Jürgen Roters, um genau zu sein. Der hatte diese Woche mit einer Aussage im Düsseldorfer Rathaus für Unmut gesorgt: In einem Interview sprach der SPD-Mann von einer Metropolregion Köln.

Foto: Rheinbahn

Was rheinabwärts äußerst verschnupft aufgenommen wurde, ist man doch gerade dabei, gemeinsam mit Köln eine Kooperation für das gesamte Rheinland zu schmieden. Elbers und Roters laden die Spitzen sämtlicher Kommunen und Kreise zum Regio-Gipfel: Am 22. September fahren die Teilnehmer auf einem Rheinschiff von Köln nach Düsseldorf. Wenige Wochen vor dem Gipfel der Harmonie löst eine "Metropolregion Köln" Befindlichkeiten aus: "Nicht mit uns!" polterte Elbers.

Und Roters ruderte zurück: Er habe sich nur versprochen und wolle das Missverständnis in besagtem Brief aufklären. An anderer Stelle funktioniert die regionale Annäherung deutlich reibungsloser: Zu Beginn des Jahres 2012 soll die Kooperation zwischen den Häfen Neuss-Düsseldorf und Köln vertraglich besiegelt sein. Unter dem Namen "Rheincargo" will man zu Duisburg, dem größten Binnenhafen Deutschlands, aufschließen.

Vor allem will sich die Hafen-Kooperation aber für den rasant wachsenden Umschlag der Nordseehäfen in Belgien und den Niederlanden rüsten. Die Seehäfen rechnen beim Container-Umschlag mit Zuwächsen von bis zu 70 Prozent, stoßen aber längst an räumliche Grenzen — beim Lagern von Gütern und bei der Ansiedlung von Betrieben, die Güter direkt ab Schiff veredeln oder bearbeiten.

Wer sich im Hinterland jetzt darauf einstellt, kann sich zusätzliche Umsätze und Arbeitsplätze sichern. Die Häfen in Neuss, Düsseldorf und Köln sind in kommunaler Hand und verbunden durch den Rhein — ein besseres Symbol für regionale Zusammenarbeit ist kaum denkbar. Bei einem anderen Verkehrsprojekt, das eine Brücke über den Rhein schlagen könnte, hakt es hingegen bei Kleinigkeiten.

Seit den 80er Jahren haben Verkehrsplaner in der Region die Vision einer Stadtbahn, die auf rechtsrheinischer Seite Düsseldorf Flughafen und Messe verbindet und dann den Fluss quert. Sie wäre die Basis für eine bessere Anbindung der Städte Neuss, Mönchengladbach und Krefeld.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Bei großen Messen in Düsseldorf könnte die Hotellerie dieser Städte profitieren, die Einwohner kämen schneller zu Airport oder Arbeitsplatz in der Landeshauptstadt. Die Stadt Düsseldorf hat die Weichen für die Flughafen-Messe-Verbindung der U 81 bereits gestellt und will eine Machbarkeitsstudie zur Rheinquerung in Auftrag geben.

Dabei geht es noch gar nicht um die Frage, ob die U 81 über eine Brücke oder durch einen Tunnel ins Linksrheinische fahren soll. Ermittelt wird der Verkehrswert der Strecke, also, wie viele Fahrgäste zu erwarten sind, was wiederum Einfluss auf die Höhe öffentlicher Zuschüsse hat. Doch bereits über die Finanzierung dieser Studie wird in der Region gestritten: Neuss ist dabei, Krefeld überlegt noch, Mönchengladbach ist das zu teuer. Vielleicht hilft ja der Regio-Gipfel: Geplant ist das Thema Verkehr.