Die Woche im Rathaus Düsseldorf: Die Folgen des Machtkampfs der FDP

Die Woche im Rathaus Düsseldorf: Die Folgen des Machtkampfs der FDP

Der Burgfrieden der beiden Lager hielt beim Parteitag der Liberalen nur vordergründig und schimmerte bei einigen Kampfkandidaturen durch. Ein Ratsherr zieht nun die Konsequenzen und will sein Mandat aufgeben.

Dafür, dass kurz nach der Bundestagswahl der Konflikt zwischen der Düsseldorfer FDP-Chefin Gisela Piltz und der Bürgermeisterin der Liberalen, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, offen ausgebrochen war, ging es beim Parteitag am vergangenen Wochenende doch recht harmonisch zu. Die liberalen Spitzenfrauen hatten zuvor Frieden geschlossen — und beim oberflächlichen Blick schien er auch gehalten zu haben.

Doch es gab nach wie vor zwei Lager: auf der einen Seite das von Piltz, zu dem unter anderem die Abgeordneten Alexander Alvaro (Europa) und Robert Orth (Landtag) gehören. Auf der anderen Seite große Teile der Fraktion mit Strack-Zimmermann, Fraktionschef Manfred Neuenhaus und den Ratsleuten Monika Lehmhaus, Thomas Nicolin, Mirko Rohloff und Rainer Matheisen. Es wurde auch abgerechnet auf dem Parteitag — mit mehreren Kampfkandidaturen ab dem Listenplatz vier.

Einer warf dabei gleich zweimal seinen Hut in den Ring: Ratsherr Michael Latka kandidierte erst gegen Matheisen, direkt danach gegen Ulf Montanus. Beide waren von der Fraktionsspitze vorgeschlagen worden — gegen beide unterlag Latka. Parteiintern wird auch er dem Lager um Piltz zugerechnet. Am Montag zog er in der Sitzung der Ratsfraktion die Konsequenzen: Der 48-jährige Ingenieur und Chef des FDP-Ortsverbands 3 kündigte seinen Rücktritt vom Ratsmandat an. Zu oft sei er mit seiner Meinung angeeckt.

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Was steckt dahinter? Die vom Parteitag gewählte Reserveliste für die Ratswahl im nächsten Jahr ist als klarer Sieg für die derzeitige Fraktionsspitze um Neuenhaus und die liberale Bürgermeisterin zu verstehen. Dankt mit Latka einer ab, der sich ohnehin keine Chancen versprach, könnte sieben Monate vor der Wahl ein Konfliktherd ausgeräumt sein. Vielleicht war sein Schritt aber auch nur ein weiterer Schachzug in der Taktik des anderen Lagers. Eine Dauerfehde jedoch wäre für die Düsseldorfer FDP fatal.

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(RP)
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