Düsseldorf: Die "First Ladys" der OB-Kandidaten - Astrid Elbers

Düsseldorf : Die "First Ladys" der OB-Kandidaten - Astrid Elbers

Im Wahlkampf und auch im Amt spielen die Ehefrauen eine zentrale Rolle. Wer sind Astrid Elbers und Vera Geisel?

Als ihr Mann 2008 mitten im OB-Wahlkampf steckte, machte Astrid Elbers ihr zweites Staatsexamen. Jura studieren und als Rechtsanwältin arbeiten war ihr Traum, für den sie viel in Bewegung setzte: Sie war Personalchefin einer Henkel-Tochter, als sie neben dem Job ihr Abitur nachholte und ein Jura-Studium dranhängte. Seit fünf Jahren arbeitet Astrid Elbers als Selbstständige in der Rechtsanwaltskanzlei Preuß und Partner. Ihr Schwerpunkt ist Erbrecht. Die Kanzlei gehört Peter Preuß, einem Freund und Parteifreund.

Politik gehört zu ihrem Leben, seit sie ihre Jugendliebe Dirk kennengelernt hat. Er war ein Junge aus der Nachbarschaft, sechs Jahre älter und mit fast zwei Metern Körpergröße für die 1,76-Meter -Frau ein Mann zum Aufschauen. Dennoch wäre es zu einfach, Astrid Elbers nur als Frau an seiner Seite zu sehen. Sie ist stets auch Vertraute, Ratgeberin, hat als Personalexpertin wohl auch auf manche Personalentscheidung im OB-Büro einen Blick geworfen. "Als Ehefrau muss man Vertraute sein", sagt die 49-Jährige, "weil Politik auch einsam machen kann." Deshalb ärgert sie sich über "die persönlichen, unfairen und aus der Luft gegriffenen Angriffe" auf ihren Mann im Wahlkampf.

Sich selbst bezeichnet Astrid Elbers als schüchtern, mancher nennt es distanziert. Jedenfalls neigt sie nicht zu typisch rheinischer Euphorie - obwohl sie, wie ihr Mann, Düsseldorferin in vierter Generation ist. Sie hält sich lieber im Hintergrund, und es hat sie überrascht, wie stark der Fokus auch auf sie gerichtet war ab dem Tag, als ihr Mann OB geworden ist. "Damit muss man erst mal umzugehen lernen." Dabei war ihr das politische Parkett durchaus vertraut: Elbers war zuvor Chef der CDU-Fraktion und Bürgermeister - vom festlichen Empfang bis Schützenfest und Karneval war Astrid Elbers da schon eng an seiner Seite.

Die sechs Jahre als OB-Gattin brachten andere Aufgaben mit sich: eine Sieben-Tage-Woche, einen gewissen Verlust der Privatheit. Aber eben auch viele "interessante Begegnungen" - etwa einen Abend mit Fürst Albert von Monaco. Oder als ihr die Bauarbeiter der Wehrhahn-Linie, deren Tunnelpatin sie ist, eine Heilige Barbara geschenkt haben. Die steht jetzt in ihrem Büro. Als First Lady im Rathaus hat sich Astrid Elbers auch ein Projekt ausgesucht, das sie seit 2008 unterstützt: Als unermüdliche Spendensammlerin hat sie das Kinderhospiz Regenbogenland wieder auf Kurs gebracht.

Weshalb ihr Mann weitere sechs Jahre OB sein sollte? "Weil er sich mit viel Herzblut und Leidenschaft für die Stadt einsetzt."

Denisa Richters

(dr)