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Ehrenamtliche Prüfer: Die ersten Radwege-Scouts sitzen im Sattel

Ehrenamtliche Prüfer : Die ersten Radwege-Scouts sitzen im Sattel

Sie waren schon mit dem Radel da - die ersten 20 Fahrrad-Scouts im Rathaus. Mindestens 50 Düsseldorfer Bürger und Bürgerinnen sollen in den nächsten Wochen auf Anregung der SPD-Fraktion als Scouts überall auf Fahrradwegen in der Stadt nach dem Rechten sehen. Obwohl die ehrenamtlichen Radfahrer ihren rollenden Einsatz offiziell noch gar nicht aufgenommen haben, legten sie Ralf-Jürgen Bräer (SPD), Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschuss, bereits eine Mängelliste vor.

Noch viele Mängel

Immerhin ist die Stadt Düsseldorf seit einiger Zeit Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte und will das Radwegenetz weiter ausbauen. Einer der Scouts meinte aber: "Von Fahrradfreundlichkeit ist die Stadt allerdings noch weit entfernt."

Einige der Knackpunkte: Am Großmarkt ist die Parkbucht für Lkw so schmal, dass die Lastwagen die Radspur mitbelegen müssen. An anderer Stelle in Unterrath biegt die Radspur scharf im rechten Winkel auf den Überweg ab. Oft stehen Papiercontainer im Weg. Manchmal haben Radfahrer nur die Wahl zwischen Gehweg und Autospur.

An anderen Stellen gibt es gefährliche Buckel auf dem Fahrradweg, die zu Unfällen führen können. Gelegentlich wächst auch Gras auf der Piste, oder der Radweg führt direkt durch Außengastronomie. Nicht überall gibt es Hinweisschilder auf den Fahrradweg. Dafür machen andere Schilder überhaupt keinen Sinn.

Zwei wichtige Forderungen der Scouts liegen jetzt schon auf dem Tisch. Bräer: "Die Bordsteine sollten überall an Fahrradüberwegen abgeflacht werden. Und die Radfahrer wünschen sich eine direkte Verbindung zwischen den beiden Ausgängen des Hauptbahnhofs durch den nördlichen Tunnel."

Rund 30 000 Düsseldorfer nutzen jeden Tag das Fahrrad, oft auch für den Weg zur Arbeit. Horst Weidemann, einer der Scouts: "Viele andere wollen auch mit dem Rad fahren, haben aber bei der derzeitigen Situation noch Angst."