Die Emmaus-Kirchengemeinde wirbt mit ungewöhnlichen Mitteln für das verantwortungsvolle Ehrenamt des Baukirchmeisters.

Kirche in Düsseldorf : Gemeinde sucht Baumeister

Die Emmaus-Kirchengemeinde wirbt mit ungewöhnlichen Mitteln für das verantwortungsvolle Ehrenamt des Baukirchmeisters.

Mit einem auffälligen Plakataushang, der ein wenig ironisch ein Bild vom Turmbau zu Babel zeigt, sucht die Emmaus-Kirchengemeinde zurzeit nach einem neuen stellvertretenden Baukirchmeister. Im nächsten Jahr wählen die Mitglieder der Gemeinde ein neues Presbyterium, das sich als kirchliches Gremium um die Leitung der Gemeinde kümmert. Vakant wird dann auch das Amt des Vize-Baukirchmeisters sein.

Mit ungefähr 15.500 Mitgliedern erstreckt sich die 2017 zusammengelegte Emmaus-Gemeinde von Oberbilk bis Mörsenbroich – entsprechend groß ist die Zahl der Liegenschaften. Im Laufe des Jahres müssen immer wieder Entscheidungen zu den Gebäuden der Gemeinde getroffen werden: Sanierungen, Modernisierungen und Reparaturen. Viele dieser Entscheidungen treffen die Baukirchmeister. „Die Aufgaben in diesem Amt sind sehr vielfältig: Vom Rohrbruch an einem Gemeindehaus bis hin zu einer baulichen Zukunftskonzeption, die die Gläubigen erreicht“, sagt Lars Schütt, Gemeindepfarrer und Vorsitzender des Presbyteriums, dem auch die Baukirchmeister angehören. Drei Ehrenamtler sind für diesen Bereich vorgesehen, aktuell sind nur zwei Ämter besetzt. „Da am 1. März 2020 die Wahlen für das neue Presbyterium stattfinden, hielten wir es für eine gute Möglichkeit, schon jetzt nach neuen Leuten zu suchen“, meint Schütt.

Die drei Kirchmeister sollen die Rolle von Projektmanagern übernehmen und sind als Teil des Leitungsgremiums für alle baulichen Aspekte verantwortlich. Sie steuern und überwachen die Arbeiten, die in den Händen von Technikern und Architekten aus der Verwaltung und Haustechnikern der Gemeinde liegen. „Die Meister sind sozusagen die Schnittstelle zwischen den strategischen Entscheidungen und der konkreten baulichen Durchführung. Obwohl es ein Ehrenamt ist, befindet man sich also in einer Position mit viel Verantwortung“, erklärt der Pfarrer.

Auf das Amt können sich theoretisch auch fachfremde Gemeindeglieder bewerben, eine gewisse Expertise im Bereich Bau, Handwerk oder Architektur sei bei der Wahl der geeigneten Person aber wünschenswert, erklärt Schütt. „Natürlich ist es vorteilhaft, wenn jemand Ahnung von baulichen Dingen hat. Theoretisch kann das Amt aber auch ein Pädagoge oder ein Mediendesigner übernehmen. Wichtig ist, dass sich die Person mit der Gemeinde identifiziert, denn er oder sie ist schließlich auch ein vollwertiges Mitglied der Gemeindeleitung.“

Gemeindeglieder können schon jetzt geeignete Personen für die freiwerdenden Stellen vorschlagen. Zwei Bürger, die sich grundsätzlich vorstellen können, Baukirchmeister zu werden, soll es schon geben. Im März wird sich dann entscheiden, wie das neue Gremium der Kirchengemeinde aussieht und wer in Zukunft die bauliche Verantwortung zwischen Oberbilk und Mörsenbroich übernehmen wird.