Begehrter Standort: Die Einkaufsstadt braucht mehr Wegweiser

Begehrter Standort : Die Einkaufsstadt braucht mehr Wegweiser

Düsseldorf hat laut JLL so wenig verfügbare Ladenflächen wie kaum eine andere Stadt. Die Immobilien-Experten beklagen aber, dass die Laufbeziehungen nicht gut erklärt sind.

Immobilien-Experten beklagen fehlende Wegebeziehungen zwischen den Einkaufsstraßen in der Stadtmitte und fordern bessere Beschilderungen. „Touristen begegnen einem oft in der Altstadt mit großen aufgeklappten Stadtplänen, weil sie den Rhein suchen“, sagt der Niederlassungsleiter von JLL in Düsseldorf, Marcel Abel. „Und wer für den Kö-Bogen nach Düsseldorf reist, weiß nicht unbedingt, dass es auch die Mittelstraße gibt oder wie man dorthin kommt.“ Jede der verschiedenen Einkaufslagen stehe praktisch isoliert für sich, „es gibt keinen Rundlauf oder eine Verknüpfung wie in vielen anderen Großstädten“. In diesem Zuammenhang lobte er die Idee des Rheinboulevards, der für eine solche planerisch geschaffene Wegebeziehung stehen könnte.

Der Chef der Einzelhandelsvermietung bei JLL Deutschland, Dirk Wichner, wies auf die Bedeutung von Händler- und Interessengemeinschaften für solche Entwicklungen hin. Mit diesen rede man auch in anderen Einkaufsstädten schon über solche Themen.

Insgesamt gehört Düsseldorf nach dem aktuellen Einzelhandelsbericht von JLL weiter zu den gefragtesten Shopping-Städten der Republik. So sind in den Top-Lagen im und um das Zentrum aktuell nur acht Ladenlokale und damit drei Prozent der Ladenflächen verfügbar – ein Wert, den nur das ebenfalls hochbegehrte München noch knapp unterbietet. Sichtbaren Leerstand gibt es demnach so gut wie überhaupt nicht; als verfügbar gelten aber beispielsweise auch Ladenlokale, für die aktuell schon ein Nachmieter gesucht wird, vom bisherigen Nutzer oder vom Eigentümer.

Wenn tatsächlich einmal Flächen frei werden, gibt es in Düsseldorf normalerweise zahlreiche Interessenten. Im laufenden Jahr wurden auf diese Weise 14.300 Quadratmeter neu vermietet, auch an große internationale Marken. Zu den spektakulärsten Neu-Mietern gehört die japanische Kette Uniqlo, die weltweit rund 2000 Filialen hat und im September an der Schadowstraße eröffnet. Das Unternehmen hat die früheren Flächen von Gerry Weber im begehrten vorderen Teil der Einkaufsstraße gemietet. Auch das italienische Taschen- und Accessoire-Label Furla und die französische Modemarke American Vintage kommen nach Düsseldorf. Wenn der Kö-Bogen II fertig ist, dürfte sich nach Einschätzung von Abel auch an der Schadowstraße noch einmal mehr tun. Wo jetzt wegen der Baustellen-Situation noch teilweise Zurückhaltung herrsche, dürften dann mehr Mieter wechseln.

Insgesamt spürt auch die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen den Trend zu kleineren Ladenlokalen, der den gewandelten Konsumgewohnheiten geschuldet ist. Sprich: der Tatsache, dass immer mehr Kunden immer mehr Einkäufe im Internet erledigen. „Viele Händler nutzen deshalb auch diesen Vertriebskanal, brauchen aber nicht mehr so große Flächen für ihre Geschäfts vor Ort“, so Wichner. Er rechnet damit, dass insgesamt Einzelhandelsfläche aus Düsseldorf verschwinden wird, beispielsweise bei Geschäften, die bislang über mehrere Etagen gehen. „Der Platz kann dann beispielsweise für Büros oder als Wohnfläche genutzt werden.“

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