Düsseldorf: Die 709 kommt in Flingern jetzt besser durch

Düsseldorf: Die 709 kommt in Flingern jetzt besser durch

Der Verkehrsversuch mit einer eigenen Spur für die Bahn auf der Flurstraße in Flingern bringt der Rheinbahn positive Effekte. Die Zahlen sind schon nach kurzer Zeit deutlich.

Die Bahnen der Linien 709 profitieren erheblich von der gelben Abschraffur auf der Flurstraße zwischen Hoffeld- und Dorotheenstraße. Das zeigt eine erste Auswertung der Rheinbahn, die sich auf die erste Woche der neuen Regelung bezieht. Die schraffierte Fläche sorgt dafür, dass keine Autos auf der linken Spur fahren, die von den Bahnen genutzt wird. So sehen die Zahlen im einzelnen aus:

Vorher In der Woche vom 12. bis 18. Mai gab es die Abschraffur noch nicht, die Autos stauten sich in den Hauptverkehrszeiten auf zwei Spuren auf der Flurstraße zurück, auf der rechten Spur Richtung Birkenstraße ebenso wie auf der linken Spur, von wo aus die Autos nach links in die Dorotheenstraße abbiegen. Die Rückstaus auf der linken Spur hindern die Bahnen daran, zügig zur Haltestelle Flingern-S zu gelangen. In dieser Woche verzeichneten die Bahnfahrer 1343 Störhalte. Ohne anzuhalten, würde die Fahrzeit zwischen den beiden Haltestellen nur 36 Sekunden betragen, aber so belief sie sich morgens auf durchschnittlich 1.01 Minuten. Mehrere Bahnen benötigten für den kleinen Abschnitt sogar bis zu sechs Minuten und elf Sekunden, abends gar bis zu fast acht Minuten.

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Nachher Für ein Jahr soll nun eine Abschraffur den Rückstau auf der linken Spur verhindern. Wenn die Bahn an der Haltestelle Hoffeldstraße losfährt, beginnt die gelbe Markierung gleich nach der Einfahrt in die Flurstraße. Sie reicht bis zur Vorampel der folgenden Haltestelle. Die erste Woche mit der neuen Regelung war die vom 24. bis zum 30. Mai. Da dies die Woche der Pfingstferien war, gab es ein reduziertes Verkehrsaufkommen, dies spielte den Befürwortern des Versuchs in die Hände. Dennoch gab es Störungen, manche Autofahrer ignorierten die neue Markierung, auch hielten wie so oft manche Fahrer ihre Fahrzeuge auf der rechten Spur, um etwas auszuladen oder um zum Kiosk oder Bäcker zu gehen. Dennoch fiel die Anzahl der Störhalte mit 145 Fällen erstaunlich gering aus. Die durchschnittliche Fahrzeit in der morgendlichen Hauptverkehrszeit betrug 39 Minuten, einige Fahrten dauerten bis zu 53 Sekunden. Abends lag der Durchschnitt bei 48 Sekunden, einzelne Fahrer brauchten bis zu 4.21 Minuten.

Konsequenz Den Zeitgewinn in der ersten Bilanz beziffert die Rheinbahn auf bis zu sechs Minuten. Das ist, wenn sich der Test auch dauerhaft im Berufsverkehr bewährt, ein äußerst positives Signal. Andererseits dürften Autofahrer genervt sein, die nun noch länger vor der Kreuzung anstehen. Stadt und Rheinbahn wollen die Linie 709 jedoch auf jeden Fall beschleunigen, da auf dieser bestgenutzten Rheinbahn-Route täglich bis zu 54.000 Menschen in Bahnen unterwegs sind. Viele von ihnen steigen am Hauptbahnhof um, sie erreichen also ihre Anschlüsse durch die Abschraffur besser. "Verkehrsversuche bieten die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrsflusses zu testen und im besten Fall unbürokratisch zur Verbesserung der Luftqualität und einem guten urbanen Leben für alle Beteiligten beizutragen", sagt Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke. Die Dezernentin will bei einem positiven Ergebnis des Versuchs die ÖPNV-Spur dauerhaft einrichten.

(ujr)
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