First Mail liefert Informationen über Briefmarkt: Deutsche Post: "Spionage" oder Marktbeobachtung?

First Mail liefert Informationen über Briefmarkt: Deutsche Post: "Spionage" oder Marktbeobachtung?

Düsseldorf (dto). Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Post den privaten Konkurrenten First Mail aus Düsseldorf gekauft. Einem Bericht der "Welt" zufolge nutzt das Unternehmen First Mail, um Informationen über die Arbeitsweise von Wettbewerbern "auszuspionieren". Nach Angaben der Post handelt es sich dagegen um ein "völlig legales Instrument der Marktbeobachtung". "Wir können den Vorwurf der Spionage nicht verstehen", erklärt Unternehmenssprecher Dirk Klasen. Vielmehr handle es sich um ein ganz legales Vorgehen. "Als Briefdienstleister erhalten wir über First Mail wichtige Informationen über die Entwicklung des regionalen Marktes", so Klasen. First Mail versendet in Nordrhein-Westfalen Briefe unter 50 Gramm im so genannten Monopolbereich der Deutschen Post. Briefdienste, die in diesem Sektor arbeiten, ehmen der Post bislang rund zwei Prozent der Marktanteile ab und benötigen eine Lizenz der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Pikant: Die Behörde sieht bei der Post Klärungsbedarf wegen der möglicherweise nicht gemeldeten Übernahme von First Mail und will der Sache nachgehen. Einen etwas anderen Eindruck vom Vorgehen der Post erweckt auch das Vorgehen der Europost aus Hannover. Der Briefdienstleister plante im vergangenen Jahr mit First Mail und weiteren Unternehmen den Aufbau eines bundesweiten Briefverteilnetzes. Man beendete die Verhandlungen mit First Mail, als man erfuhr, dass die Deutsche Post Eigentümer des Unternehmens ist, erklärte Europost-Vorstandsmitglied Lars Tisken.

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p class="text">Düsseldorf (dto). Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Post den privaten Konkurrenten First Mail aus Düsseldorf gekauft. Einem Bericht der "Welt" zufolge nutzt das Unternehmen First Mail, um Informationen über die Arbeitsweise von Wettbewerbern "auszuspionieren". Nach Angaben der Post handelt es sich dagegen um ein "völlig legales Instrument der Marktbeobachtung". <P>"Wir können den Vorwurf der Spionage nicht verstehen", erklärt Unternehmenssprecher Dirk Klasen. Vielmehr handle es sich um ein ganz legales Vorgehen. "Als Briefdienstleister erhalten wir über First Mail wichtige Informationen über die Entwicklung des regionalen Marktes", so Klasen.

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Einen etwas anderen Eindruck vom Vorgehen der Post erweckt auch das Vorgehen der Europost aus Hannover. Der Briefdienstleister plante im vergangenen Jahr mit First Mail und weiteren Unternehmen den Aufbau eines bundesweiten Briefverteilnetzes. Man beendete die Verhandlungen mit First Mail, als man erfuhr, dass die Deutsche Post Eigentümer des Unternehmens ist, erklärte Europost-Vorstandsmitglied Lars Tisken.

Druck von EU-Kommission
Indes übt auch die EU-Kommission Druck auf den ehemaligen Monopolisten aus. Die "Financial Times Deutschland" schreibt, die Brüsseler Behörde dränge darauf, das Monopol der Post bei den so genannten postvorbereitenden Tätigkeiten zu lockern. Die EU-Kommission wolle erreichen, dass der Konzern seinen Wettbewerbern auch das Einspeisen von Briefen unterhalb von 100 Gramm in sein Zustellungsnetz ermöglichen muss. Die bisherige Regelung, die das Sammeln, Sortieren und Frankieren bis zu dieser Gewichtsgrenze der Post vorbehält, verstoße aus Sicht der Brüsseler Experten gegen das EU-Wettbewerbsrecht.

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