Düsseldorf: Design-Hotel für neues Wohngebiet

Düsseldorf : Design-Hotel für neues Wohngebiet

Ein wichtiger Vertrag für das geplante Wohngebiet Grand Central in Nähe des Hauptbahnhofs ist unterschrieben: An der Kölner Straße entsteht ein Haus der Prizeotel-Kette mit 250 Zimmern. Es ist auch für das neue Quartier gedacht.

"Es sollte nicht irgendein Allerweltshotel sein oder etwas Herkömmliches", sagt Klaus Franken, der Chef des Entwicklers Catella in Düsseldorf. Er plant das neue Wohngebiet Grand Central, das gegenüber von Tanzhaus und Capitol liegen und sich zur Kölner Straße erstrecken wird. Auf dem Areal soll es auch ein Hotel geben. Entschieden hat sich Franken nach dem Motto "vertretbare Preise, aber nicht langweilig" für den Betreiber Prizeotel. Der nimmt damit sein zehntes Haus im deutschsprachigen Raum auf die Projektliste.

Das Hotel wird gleich am Entree des neuen Wohngebiets platziert, das in direkter Nähe des Hauptbahnhofs gebaut wird. Für das neue Quartier hat es eine wichtige Funktion: Das Gebäude ist eine Visitenkarte, aber auch ein Anlaufpunkt für die Bewohner. Im Erdgeschoss können diese mit den Gästen frühstücken (wenn sie noch einen Platz bekommen), später am Tag einen Kaffee trinken oder abends die Bar im Erdgeschoss besuchen. In der Gegend ist solche Gastlichkeit heute kaum vorstellbar. Im Haus eröffnet ebenso ein Restaurant, dort steht der Betreiber jedoch noch nicht fest.

Bei dem Projekt treffen zwei auf modernes Design abonnierte Gestalter aufeinander. Prizeotel versteht sich als "wohl unkonventionellste Economy-Design Hotelmarke (2 Sterne Superior)" und hat eine exklusive Zusammenarbeit mit dem New Yorker Designer Karim Rashid. Er gestaltet die Hotels der Gruppe, egal ob Zimmer, Flure oder Lobbylounge. Planer des Gebäudes selbst ist mit Jürgen Mayer H. ein Star der deutschen Architekturszene. Nach seinem Entwurf wurde an der Toulouser Allee die FOM-Hochschule gebaut, auch das geplante Hochhaus neben der Schön-Klinik in Heerdt entstammt seinem Büro.

Prizeotel wurde 2006 von Hotelier Marco Nussbaum und dem Immobilienökonom Matthias Zimmermann gegründet. Nussbaum kauft nicht die Katze im Sack, sondern weiß um diese Ecke Düsseldorfs und kann ihr Potenzial abschätzen. Er hat einmal im früheren Astron-Hotel (heute NH-Hotel) am Oberbilker Markt gearbeitet. "Das ist ein prominenter Standort in Düsseldorf und das Grand Central ist ein prominentes Projekt", sagt er. "Wir sind froh, dabei zu sein." Man stehe für Häuser in guten Immobilien und ein so zuvorkommendes wie freundliches Personal.

Die "warme Atmosphäre" ist das, was Franken für seine Kunden will. Sie sollen das Hotel auch als ihr Haus verstehen können - und es gerne nutzen, um beispielsweise Besuch dort unterzubringen. Gerade weil die Wohnungen angesichts der Preisentwicklung im begehrten Düsseldorf kleiner werden, ist das eine wichtige Option. Die Firma Interboden beispielsweise hält im Quartier Central Appartements vor, in denen die Bewohner ihre Gäste unterbringen können. Die Preisstruktur des Hotelbetreibers spricht dafür, dass der Plan aufgehen könnte. Wer etwa jetzt ein Doppelzimmer der Gruppe in Hamburg für nächste Woche bucht, zahlt dafür je nach Konfiguration zwischen 71 und 85 Euro. Das Frühstück kostet allerdings extra (elf Euro pro Person).

Los geht es für das Grand Central in wenigen Wochen. Am 19. April gibt es die Abschiedsparty für die Zwischennutzung "Postpost". Dann starten die Abriss- und Bodenarbeiten auf dem alten Postgelände. Für nächstes Jahr ist dann der Baustart vorgesehen.

(ujr)
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