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Stadtteil-Porträt: "Derendorf ist ein ideales Wohnviertel"

Stadtteil-Porträt : "Derendorf ist ein ideales Wohnviertel"

Seit 1924 ist das Haushalts- und Eisenwarengeschäft Ritzdorf an der Römerstraße eine feste Institution im Stadtteil. Dagmar Gatzen (51) führt den Familienbetrieb bereits in der dritten Generation.

Frau Gatzen, Sie haben Ihr gesamtes Leben in Derendorf verbracht, sind nur einmal ein Haus weiter gezogen. Was macht für Sie den Stadtteil aus?

Gatzen Derendorf profitiert für mich von seiner idealen Lage und seiner guten Infrastruktur. Die City ist nah, der Rhein ebenfalls, und zum Flughafen ist es auch nicht allzu weit. Es ist ein ideales Wohnviertel. Und zumindest im Verbund mit Pempelfort und Golzheim — die Grenzen sind ja mehr oder weniger fließend — gibt es hier eigentlich alles, was das Herz begehrt. Nur zu wenige Metzgereien haben wir hier in Derendorf, das ist aber auch schon das Einzige, das ich zu bemängeln habe.

Wenn Sie ganz jung wären und ein Geschäft neu eröffnen wollten: Würden Sie Derendorf wählen?

Gatzen Wenn ich ganz ehrlich bin: Für ein Sortiment, wie wir es anbieten, liegt alles, was abseits der City ist, nach modernen Maßstäben ein wenig zu weit draußen. Es ist ja kein Zufall, dass überall viele inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte dicht machen. In einer kleinen Seitenstraße Laufkundschaft zu gewinnen, das wäre heute nicht mehr möglich. Wir überleben dank unserer Stammkunden, die zum Teil bis aus Krefeld zu uns kommen. Aber die Option, das Geschäft in die Innenstadt umzusiedeln, kam für mich trotzdem nie in Frage. Dafür lebe und arbeite ich zu gerne in Derendorf.

Was könnte man tun, um die Attraktivität Derendorfs weiter zu steigern?

Gatzen Die Frage stellen wir uns hier vor Ort auch. Man darf sich auf dem, was bereits erreicht wurde, nicht ausruhen. In einigen Wochen wollen sich die Anlieger der Roßstraße und der Stichstraßen, die von ihr abgehen, treffen, um zu diskutieren, was man tun kann, um hier im "Dreiländereck" Derendorf, Pempelfort und Golzheim noch etwas zu bewegen.

Selbst alteingesessene Derendorfer haben oftmals Probleme damit, die Stadtteilgrenzen genau zu benennen.

Gatzen Wenn ich aus dem Haus trete und auf die andere Straßenseite der Roßstraße gehe, bin ich ja auch schon nicht mehr in Derendorf. Aber so denkt hier ja sowieso keiner. Das Veedel hört ja nicht an einer Grenze auf dem Papier auf.

(RP)