Serie - Schulporträts (3): Der Zukunft verpflichtet

Serie - Schulporträts (3): Der Zukunft verpflichtet

Welche Schule ist die Beste für mein Kind? Welche Schwerpunkte finden sich wo? Die Rheinische Post stellt die weiterführenden Schulen in Düsseldorf vor. Den Auftakt macht das Marie-Curie-Gymnasium in Gerresheim.

Das klingt nach kulturellem Anspruch und traditionellem Bildungskanon — Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium an der Brucknerstraße. "Der Tradition verbunden, der Zukunft verpflichtet", lautet das Leitmotto der Schule, die 1905 als Privatschule gegründet, 1958 aus dem Benrather Schloss an die Brucknerstraße zog und seither den Namen der Dichterin trägt.

Tradition ohne Nostalgie

Ihre Büste steht im Treppenhaus, ihr Signet ist am Eingang mit einem "Herzlich Willkommen" in elf Sprachen erkennbar. Tradition und Zukunft sind für Schulleiter Wulff Rehfus kein Widerspruch, sondern gehören zusammen. "Tradition hat nichts mit Nostalgie zu tun", sagt der Pädagoge. "Die Probleme der Zukunft lassen sich nur lösen, wenn man sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt." Als Beispiel nennt der Philosoph, der über Adorno promovierte und neben Philosophie Deutsch unterrichtet, Platon. "Seine Texte sind eine wunderbare Kritik an der Demokratie, die bis heute Gültigkeit hat."

Dem Hang zum Spezialistentum, der "Bildungszersplitterung", wie Rehfus es formuliert, setzt das Annette-Gymnasium das konsequente Festhalten am Anspruch der Allgemeinbildung im Sinne Humboldts entgegen. "Allgemeinbildung ist die Auseinandersetzung mit der Gesamtheit der geistigen Tradition eines Kulturraumes", sagt Rehfus. "Unser Kulturraum ist Europa, die Antike, das Christentum und die Aufklärung."

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Doch Wissen allein reiche eben nicht. "Es ist verbunden mit Denken und Können, mit Einstellung und Verhalten." Beispiel Fremdsprachen: Am Anfang steht solider Spracherwerb und Informationen über Kultur und Geschichte eines Landes. Ein reges Austauschprogramm soll den Schülern neben Sprachpraxis und Einblicken in die Lebenswelt auch "praktische Weltgewandtheit" vermitteln. Mit La Reunion, einer zu Frankreich gehörenden Insel im Indischen Ozean, verbindet das Benrather Gymnasium neben vielen anderen Partnerschulen eine langjährige Freundschaft.

Der Zukunft verpflichtet — "den Einsatz der Computertechnik und der Neuen Medien verstehen wir als Vervollkommnung und Erweiterung der überkommenen Bildung", so der Schulleiter. Vielfältige Zusatzangebote ergänzen den herkömmlichen Fächerkanon und bereiten die Annette-Schüler auf Studium und Beruf in einer zunehmend globalisierten Welt vor. Ein altersübergreifender Chinesisch-Kursus gehört ebenso dazu wie ein Management-Seminar in Kooperation mit der Monheimer "Junior Manager School" oder ein Berufspraktikum in Schweden, ein Rechtskunde-Kursus und das Cambridge-Zertifikat ebenso wie eine Design-AG oder Golfstunden.

Seit Anfang des Schuljahres bietet das Gymnasium eine Mittagsbetreuung mit warmem Essen an. "Die Nachfrage ist sehr groß", sagt der Schulleiter. Rund 300 der 1000 Schüler werden derzeit in mehreren Schichten verköstigt.

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