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Der Wahlkampf in Düsseldorf sucht seine Themen

Kolumne zur Kommunalwahl in Düsseldorf : Der Wahlkampf in Düsseldorf sucht noch seine Themen

Die Corona-Pandemie überstrahlt die Zeit vor der Kommunalwahl. Und stellt die Parteien vor Rätsel: Was bewegt gerade wirklich die Wähler in Düsseldorf?

Vor kurzem schien es in Düsseldorf nur ein Thema zu geben: die Umweltspur. Der umstrittene Verkehrsversuch werde, so prophezeiten damals viele, die Kommunalwahl entscheiden. Aber rund zehn Monate nach dem Start der dritten Umweltspur ist die Welt eine andere – und das wirbelt auch den Wahlkampf in Düsseldorf durcheinander.

Corona ist sicher auch ein wichtiger Grund für das verbreitete Gefühl, dass knapp sechs Wochen vor dem Wahltermin am 13. September die Stimmung im politischen Düsseldorf immer noch gedämpft ist. Das gesellschaftliche Leben ist weiterhin eingeschränkt, die Parteistrategen tasten immer noch ab, was die Wähler in besonderen Zeiten bewegen könnte. Sie horchen aufmerksam, was die Gesprächspartner an Wahlständen und die Online-Kommentatoren bewegt. Die Ergebnisse sind unterschiedlich: CDU und FDP versuchen etwa, das Thema Sicherheit zu setzen und versprechen Abhilfe gegen ausufernde Partys in Altstadt und Rheinufer, die Grünen ziehen die Klima- und Umweltkarte.

Dass die großen Reizthemen Wohnen und Verkehr immer mitentscheiden, ist unter den Parteien unstrittig. Ob der Coronaschutz selbst noch mal Thema wird, dürfte von den Infektionszahlen und vom Agieren des Amtsinhabers abhängen, der sich mit dem Thema profilieren kann. Dazu lauern alle Beteiligten auf unvorhersehbare Debatten – siehe Farid Bang.

Auffallend ist hingegen, dass bislang nicht über Prestigeprojekte geredet wird. Selbst im selbstbewussten Düsseldorf ist Bescheidenheit eingekehrt. Der Neubau des Opernhauses zum Beispiel hätte unter anderen Vorzeichen ein schönes Thema werden können, angesichts des riesigen Lochs in der Stadtkasse könnte der Traum von einer Düsseldorfer Elbphilharmonie vermessen wirken.

Das Abwarten im Wahlkampf hat aber auch eine praktische Ursache: die Ferien. Die Wahlkämpfer wollen ihr Pulver nicht zu früh verschießen. Spätestens, wenn in der kommenden Woche alle zurückgekehrt sind, müssen vor allem die Herausforderer Profil gewinnen. Dann kommt auch der Stau zurück – und vielleicht doch noch das Thema Umweltspur.