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Der Verkehrsüberwachung fehlen Mitarbeiter

Stadt Düsseldorf sucht Bewerber : Der Verkehrsüberwachung fehlen Mitarbeiter

Die Stadt kämpft um Personal für die Ordnungsdienste. Bei der Verkehrsüberwachung, die unter anderem die Knöllchen für Falschparker ausstellt, ist die Situation besonders schwierig – dabei soll sie bald weitere Aufgaben erhalten.

Die Stadtverwaltung kämpft um Personal für das Ordnungsamt, viele Stellen sind unbesetzt. Das betrifft unter anderem die Verwarnung von Falschparkern. Die Rathausspitze will gegensteuern. Die wichtigsten Infos:

Verkehrsüberwachung Der wichtigste Job der Verkehrsüberwachung ist die Jagd auf Falschparker, sie betreut aber auch die Tempokontrollen der Stadt. Für diese Aufgaben stehen nicht so viele Einstzkräfte zur Verfügung, wie es das Rathaus gern hätte. Von 145 Stellen in diesem Bereich sind nur 118 besetzt. Ordnungsdezernent Christian Zaum kann darauf verweisen, dass es bislang gelungen ist, mit weniger Personal dieselbe Zahl an Fällen zu bearbeiten. Dafür sind unter anderem Dienststellen zusammengelegt worden, um die Einsätze effizienter zu gestalten. Allerdings ist gerade dieser Außendienst vermehrt gefragt: In vielen Stadtteilen mehren sich die Beschwerden über ausuferndes Falschparken. Dazu kommt, dass die Politik gern erheblich mehr Straßen mit Parkschein und Parkscheibe regulieren will. Die Kontrolleure müssen sich also auf eine zunehmende Zahl an Aufgaben einstellen. „Die Personalsuche für diesen Bereich wird eine Priorität für 2020“, sagt Zaum.

Die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung durchlaufen keine eigene Ausbildung. Es handelt sich um Bewerber mit einer zum Beispiel handwerklichen Ausbildung, die von der Stadt ein halbes Jahr für den Einsatzbereich geschult werden. Zwar wurden auch im laufenden Jahr elf neue Bewerber eingestellt. Allerdings ist die Abwanderung stark. Zaum sieht einen Grund in der guten Konjunkturlage. Die Bezahlung erfolgt nach Entgeltgruppe 6.

Ordnungs- und Servicedienst (OSD) Der städtische Sicherheitsdienst erfüllt eine Vielzahl von Aufgaben. Er betreut die Großveranstaltungen in Düsseldorf von Karneval bis Kirmes, ist vor allem in Brennpunkten wie Altstadt und Bahnhofsviertel unterwegs, rückt aber etwa auch bei Ruhestörungen aus. Auch in diesem Bereich fehlt Personal: Von 121 Stellen sind 90 besetzt. Ordnungsdezernent Zaum sagt, der Dienst erfülle trotzdem alle Aufgaben. „Aber es leidet natürlich die Präsenz zum Beispiel durch Kontrollgänge.“ In diesem Bereich kann das Rathaus zumindest auf eine positive Entwicklung verweisen: Seit sechs Jahren verzeichnet der OSD mehr Zu- als Abgänge. Als ein Grund gilt ein Sonderbonus für Einsätze im Außendienst, der den Job attraktiver machen soll. Die Stadt will verstärkt auf Ausbildung setzen.

Die OSD-Mitarbeiter sind besser qualifiziert als die Verkehrsüberwachung: Sie durchlaufen eine dreijährige Berufsausbildung. Die qualifiziert allerdings auch für andere Aufgaben in der Verwaltung. Die meisten Abgänge entstehen durch interne Abteilungswechsel.

Die Aufgabe (Entgeltgruppe E9) gilt als anspruchsvoll – und nicht ungefährlich: Die Zahl der angezeigten Vorfälle zum Nachteil der Bediensteten stieg von 2009 (21 Fälle) bis 2018 (122 Fälle) nahezu auf das Sechsfache. Knapp die Hälfte waren nach Angaben der Stadt körperliche Übergriffe oder Widerstandsleistungen von Störern. Das entspricht einem Trend in ganz Deutschland. In allen Bereichen der Stadtverwaltung machen die Mitarbeiter einen zurückgehenden Respekt aus. Als eine Reaktion werden die OSD-Mitarbeiter derzeit mit einem Schlagstock ausgestattet.