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Der Verein donum vitae in Düsseldorf hilft schwangeren Frauen

Soziales in Düsseldorf : Hilfe und Beratung im geschützten Raum

Der Verein donum vitae unterstützt seit 20 Jahren schwangere Frauen und hilft Jugendlichen im Umgang mit der Sexualität. Durch Corona wurde die Arbeit aber erheblich erschwert.

Auch in der heutigen Zeit kommt es immer wieder vor, dass Frauen – übrigens aus allen gesellschaftlichen Schichten – schwanger werden, obwohl der Zeitpunkt oftmals kaum ungünstiger sein könnte. Die Gründe dafür sind vielfältig: Vielleicht passt ein Kind gerade nicht in die aktuelle Lebensplanung, vielleicht sind schon Kinder da, und die finanziellen Mittel reichen nicht für ein weiteres. Oder vielleicht ist der Vater nicht der passende Lebenspartner. In einer solchen Situation hilft donum vitae, denn die Beratung im Schwangerschaftskonflikt gehört zu den Schwerpunkten des Vereins. „Wir betrachten es als unsere Aufgabe, die Frauen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen und ihren Entscheidungsprozess zu begleiten. Selbstverständlich ergebnisoffen“, erklärt Sandra Seiffert, seit fünf Jahren leitende Beraterin des Düsseldorfer Ortsvereins. Wichtig sei es, so die 51-Jährige weiter, betroffenen Frauen zu helfen, eine Entscheidung zu treffen, mit der sie auch in Zukunft leben könnten.

Neben der Hilfe für Geflüchtete – donum vitae berät sie zu allen Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienplanung – ist ein weiterer großer Schwerpunkt das sexualpädagogische Angebot. Rund 2000 Kinder und Jugendliche, jeweils etwa zur Hälfte Jungen und Mädchen, erreicht der Verein damit jährlich. Bei Veranstaltungen und Projekten in den Schulen – von Grund- und Förderschulen über Haupt- und Realschulen bis hin zu Gymnasien – erfahren die in der Regel Minderjährigen alles Wissenswerte zu Themen wie Liebe, Beziehung, Sexualität, Partnerschaft, Treue und sexuelle Selbstbestimmung.

Ganz wichtig sei es, dass diese Themen altersgerecht und im geschützten Raum besprochen würden, erläutert Klaudia Pünder, Vorstandsvorsitzende des Vereins. Auch Lehrer, so die 58-Jährige weiter, seien nicht dabei. Zudem werden die Klassen in Jungen- und Mädchengruppen aufgeteilt, denn nur dann bringen die Jugendlichen meist den Mut auf, auch wirklich alles zu fragen, was sie bewegt. Darüber hinaus können sie anhand von Aufklärungsmodellen aus Plüsch ganz ohne Berührungsängste die Genitalien von Mann und Frau genau anschauen, anfassen und erkunden. Sie lernen sogar den richtigen Umgang mit Kondomen. Vier gut ausgebildete Sexualpädagogen, drei Frauen und ein Mann, arbeiten auf Honorarbasis für den Verein und führen die Veranstaltungen – in Abstimmung mit den Lehrern und an Grundschulen zudem mit den Eltern – durch.

Aufgrund der Coronapandemie ist in diesem Jahr nun alles anders, denn nach der Schließung der Schulen im März mussten die geplanten Veranstaltungen abgesagt werden. „Wir haben deshalb die Jugendlichen selten erreicht, weil unser Angebot digital kaum umgesetzt werden kann“, sagt Sandra Seiffert. Denn der geschützte Raum, so die erfahrene Beraterin, sei für diese sensiblen Themen enorm wichtig. Schnellstmöglich sollen nun wieder Veranstaltungen für kleine Gruppen, etwa in Jugendeinrichtungen, angeboten werden. „Wir werden künftig neue Wege gehen müssen“, so Seiffert. Bei der Schwangerschaftsberatung hat das in den vergangenen Monaten schon ganz gut geklappt, denn trotz anfänglicher Bedenken waren telefonische Beratungen durchaus möglich und wurden sehr gut angenommen.