1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Der letzte Tag in der Winterwelt in Düsseldorf

Die letzte Runde auf dem Eis : Auf Wiedersehen Kö-Eisbahn

Betreiber Oscar Bruch zieht nach zwei Monaten Winterwelt ein verhalten positives Fazit. Die Besucher hätten bei den Kontrollen Geduld bewiesen. Am letzten Tag wurde es auf der Eisfläche noch einmal richtig voll.

Am letzten Tag der Winterwelt wurde es auf der Eisbahn noch einmal so richtig voll. Vor allem Kinder nutzten am Sonntag die Gelegenheit, mit ihren Eltern ein paar abschließende Runden zu drehen, die blauen und organgefarbenen Robben als mobile Hilfe gegen Stürze waren alle in Gebrauch. Und das Wetter spielte auch mit.

Das, sagt Veranstalter Oscar Bruch, sei am Ende sogar wichtiger als etwa die Corona-Schutzmaßnahmen. „Bei Regen kommt keiner. Bei den Einlasskontrollen haben die Menschen erstaunlich viel Geduld bewiesen und sich auch von längeren Schlangen nicht abschrecken lassen.“ Nur bei Einführung der 2G-Regel Ende Novmeber habe es kurzfristig einen starken Besucherrückgang gegeben, „das hat sich dann aber wieder stabilisiert.“

Diese Geschichte gibt es auch zum Hören - exklusiv für Sie. Abonnieren Sie jetzt unsere RP Audio-Artikel in Ihrer Podcast-App!

Insgesamt zieht Bruch ein verhalten positives Fazit. „Nachdem wir im Vorjahr gar nichts machen durften, war das in diesem Winter schon besser als erwartet. Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass zum 2. Advent wieder alles dicht gemacht wird. Das hat sich dann ja zum Glück nicht bewahrheitet“, so der Schausteller, der nach eigenen Angaben rund 2,8 Millionen Euro in die Winterwelt 2021/22 investiert hat. Dazu gehört auch die halbe Million für die neue zweistöckige Almhütte. „Die wurde ganz gut angenommen. Auch wenn sich der Ausfall von Weihnachtsfeiern natürlich bemerkbar gemacht hat.“

  • Auf kleiner Bühne heizte die Band
    Abtauparty in Wegberg : Zum letzten Mal in diesem Winter über die Eisbahn gesaust
  • Abschied von Kö on Ice: Am
    Freizeit in Düsseldorf : Das ist am Wochenende in Düsseldorf los
  • Die Corona-Warn-App wurde bislang mehr als
    Nach MPK-Änderung : Rote Kachel in der Corona-Warn-App – das sollten Sie tun
  • Vielerorts weisen Schilder auf die 2G-Regel
    Lockerungen ab dem 4. März : In Restaurants und bei Konzerten gilt wieder die 3G-Regel
  • Eiszeit in Mönchengladbach : Wie sich der Winter in der Natur zeigt
  • NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann stellte am Dienstag
    2G im Handel, Karneval, Maskenpflicht : Diese Corona-Regeln gelten jetzt in NRW

Ob er im nächsten Jahr wiederkommen will? „So Gott will“, sagt Bruch. Natürlich würden mit dem Abbau die Planungen für die nächste Wintersaison anlaufen, „aber was Corona anbetrifft, glaube ich an gar nichts mehr. Man muss auf alles gefasst sein.“ Die Winterwelt sei nach seiner Überzeugung jedenfalls ein Zugewinn für die Stadt im Allgemeinen und die Kö im Besonderen, „und ich denke, das sehen die Düsseldorfer genauso“, betont der Schausteller. Nicht umsonst habe er mit der Winterwelt GmbH & Co KG für das Eisvergnügen auf dem Corneliusplatz eine eigene Firma gegründet. „Das ist schon alles auf Dauer angelegt.“

Doch jetzt ist erst einmal das große Aufräumen angesagt. Der Abbau und Abtransport der Eisbahn dauert rund eine Woche. Mehr als 100 Tannenbäume werden auf Sattelschlepper geladen und weggeschafft. Abgenommen werden auch 600 Meter Lichtgirlanden, die zum Trocknen dann in einer Halle hängen. In der Alm und an den Ständen waren in den vergangenen zwei Monaten rund 80 Menschen beschäftigt – das Security-Personal nicht mitgerechnet, das wegen der Corona-Schutzverordnung zusätzlich eingestellt werden musste. Hinter den Kulissen sei zudem vieles in den Bruch-Werkstätten in Eigenleistung erbracht worden. „Von der Schlosserei bis hin zur Dekoration. Das hätte sonst noch zusätzliche Kosten beschert.“

Das Eis taut ab Montag ab, das dauert drei Tage, dann kann der komplette Abbau beginnen. Wenn alles weg ist, inspiziert die Stadt die Fläche, insbesondere beim Corneliusbrunnen wird ganz genau hingeschaut. Im Anschluss zückt Oscar Bruch noch einmal sein Portemonnaie. „Wir bezahlen die Neusaat und Neubepflanzung. Daher ist der Corneliusplatz auch immer der erste Ort in Düsseldorf, der wieder in frühlingshaften Zustand versetzt wird.“

Insgesamt hat Bruch dem Anschein nach seinen Frieden mit Corona und den schwierigen Bedingungen gemacht, die sich dadurch ergeben: „Wir sind am Ende froh und dankbar, dass wir entgegen allen Befürchtungen überhaupt öffnen durften. Nachdem zweimal die Sommersaison ausgefallen ist, war das für unseren Betrieb auch wirklich überlebenswichtig.“ In dieser schwierigen Zeit sei er daher mehr denn je auch auf seine Bank angewiesen gewesen. „Sie hat still- und zu mir gehalten. Das ist dann letztlich auch nicht immer selbstverständlich.“