Platzgestaltung in Düsseldorf Ärger um einen Kiosk-Anbau

Düsseldorf · Weil ein Platz an der Scheffelstraße neu gestaltet werden soll, muss ein Pavillon an einem Büdchen weichen. Der Betreiber sieht damit seine Existenz gefährdet und verweigert den Rückbau.

 Ömer Ibis vor seinem Kiosk, an dem er einen großen Pavillon angebaut hat, der auch noch von einem Zaun umgeben wurde. Diese Anbauten will der Kioskbetreiber nicht dauerhaft zurückbauen.

Ömer Ibis vor seinem Kiosk, an dem er einen großen Pavillon angebaut hat, der auch noch von einem Zaun umgeben wurde. Diese Anbauten will der Kioskbetreiber nicht dauerhaft zurückbauen.

Foto: Julia Brabeck

Nach vielen Jahren Planung soll im Juli der Umbau des Dreiecksplatzes an der Scheffelstraße in einen Ort, der mit einer hohen Aufenthaltsqualität zum Treffen einlädt, beginnen. Für die Zeit der Bauarbeiten soll aber Ömer Ibis, der Betreiber des Kiosks auf dem Platz, einen großen Pavillon entfernen, den er an der Seite des Kiosks angebaut hat. Das will Ibis aber nicht hinnehmen, da er bislang keine Zusage der Stadt hat, dass er nach den Arbeiten wieder einen Pavillon errichten darf.

„Ohne solch eine Möglichkeit für meine Kunden hier zu verweilen ist meine Existenz nicht mehr gesichert. Vom reinen Kioskgeschäft kann ich nicht leben. Ich muss dann schließen“, sagt Ibis. Er hat vor rund zweieinhalb Jahren das kleine Häuschen von der Stadt angemietet, nachdem dieses länger leer stand.  Eine schriftliche Genehmigung für die Aufstellung des Pavillons hat er nicht, „das wurde mir aber telefonisch mehrfach zugesichert, sonst hätte ich so eine Investition gar nicht getätigt“. Denn der Anbau geht in seinen Ausmaßen über einen normalen Gartenpavillon weit hinaus. Ein Zaun aus Paletten begrenzt zudem das Areal.

Mehrfach hat Ibis das Liegenschaftsamt angeschrieben, war dort, es gab einen Ortstermin und Telefongespräche. „Aber keine Zusage oder einen Vorschlag, welche anderen Möglichkeiten einer Überdachung dort möglich wären. Eine reine Entfernung werde ich nicht hinnehmen. Ich habe das Gefühl, das es der Stadt egal ist, was mit mir passiert“, sagt Ibis.

Auf Nachfrage unserer Redaktion teilt die Stadt allerdings nun mit, dass der Kioskbetreiber für das Aufstellen eines Pavillons im öffentlichen Straßenraum eine Sondergenehmigung beantragen kann. „Die Möglichkeit einer Neuerrichtung einer Überdachung nach Abschluss der Umgestaltungsarbeiten wird gegenwärtig geprüft und muss für diesen Einzelfall im Sinne des Gesamtprojektes noch bewertet werden.“ Mit dem Kioskbetreiber befindet sich die Stadt weiter im Austausch. So ist am Montag ein persönliches Gespräch vor Ort geplant. „Es liegt im Interesse der Stadt, eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden“, heißt es weiter.

Das begrüßt Ratsherr Lukas Mielczarek (Grüne), der sich mit diesem Fall befasst hat. „Wenn der Kiosk wegen einer fehlenden Überdachung schließen muss, ist das Ziel der Umgestaltung, nämlich eine Belebung des Ortes zu erreichen und einen Treffpunkt zu schaffen, verfehlt.“ Die Verwaltung hatte die Ziele so vor mehreren Monaten formuliert: „Als neuer Kommunikationsort soll der Dreieckplatz Scheffelstraße das interkulturelle und soziale Zusammenleben im Stadterneuerungsgebiet Rath/Mörsenbroich fördern und stärken.“

Der Kiosk in der Düsseldorfer Scheffelstraße soll keinen Pavillon erhalten.
Foto: grafik

Die Umgestaltung des Platzes wird rund 830.000 Euro kosten. Weitere Ziele sind, die Platzfläche als einen Baustein des Rundwegs Rather Korso deutlich zu machen, die Geschwindigkeiten des Verkehrs zu reduzieren und eine übersichtliche, barrierearme Platzfläche zu schaffen. Dafür werden unter anderem die Straßen auf Gehwegniveau angehoben und der Platz einheitlich mit sandsteinfarbenem Pflaster versehen. Die Wertstoffcontainer werden umgesetzt, sodass eine freie Verbindung zwischen Kiosk und dem angrenzenden, bereist sanierten Spielplatz entsteht. Zwei neue Bänke werden aufgestellt. Für die von Bürgern bei einer 2017 durchgeführten Befragung gewünschte Vergrößerung des Platzes müssen insgesamt 27 öffentliche Parkplätze wegfallen.