Düsseldorfs ältester Park nach dem Unwetter: "Der Hofgarten, wie wir ihn kannten, ist weg"

Düsseldorfs ältester Park nach dem Unwetter: "Der Hofgarten, wie wir ihn kannten, ist weg"

Düsseldorfs ältester Park, aber auch die anderen Grünanlagen sind vom Orkan schwer beschädigt worden. Jahrzehnte alte Bäume wurden entwurzelt und sind nicht zu ersetzen. Elbers kündigt Wiederaufforstungsprogramm an.

Das Orkan-Tief hat das Bild der Düsseldorfer Parks ausgelöscht oder zumindest sehr stark verändert. Derzeit wird die Optik geprägt von zerfetzten Baumstämmen, wirr herumliegenden Kronen, abgerissenen Ästen - allein in den Parks, schätzt das Gartenamt der Stadt, sind 1000 Bäume vernichtet worden. Darunter alte Linden, Robinien, Kastanien und Platanen. Einen genauen Überblick wird man sich erst in den nächsten Tagen verschaffen, jetzt ist man noch beschäftigt damit, blockierte Straßen von Baumresten zu befreien oder beschädigte Kronen, die herabstürzen könnten, abzusägen.

Beschädigt oder entwurzelt sind alle Baumarten, heißt es bei den Fachleuten, es treffe also nicht nur bestimmte Arten. Es komme darauf an, wie der Sturm auf die Kronen treffe. Da sie derzeit alle belaubt sind, entsteht der Effekt wie beim Segeln - der Druck wird enorm hoch und bringt den Baum zum Kippen, sagte gestern ein Mitarbeiter des Gartenamtes.

Mitgenommen sind alle Parks, vor allem aber der Hofgarten und der Rheinpark. Das Grüngelände am Rhein ist nach allen Seiten offen, so dass die Schäden gut zu erkennen sind - Dutzende Bäume (hauptsächlich Pappeln) liegen auf der Wiese, eine Reihe der riesigen Kastanien am Rand der Cecilienallee ist schwer beschädigt oder umgekippt. Ein Park-Experte aus dem Rathaus: "Der Hofgarten, wie wir ihn kennen, den gibt es nicht mehr!"

Der 24 Hektar große Park war 1769 von Nicolas de Pigage angelegt und 1804 von Maximilian Weyhe erweitert worden. Als nach dem Krieg ein Stück davon für eine Straße geopfert werden sollte, gingen die Düsseldorfer dagegen auf die Straße, der Park blieb unversehrt. Bis zum Pfingstfest 2014. Nun wird man ein Konzept entwickeln, wie man die Anlagen neu gestaltet, ohne die ursprüngliche Idee zu verfälschen.

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Allerdings hat die Beseitigung der Schäden erste Priorität. Weil es weiter große Risiken durch herabfallende Ast-Reste gibt, sind die Parks abgesperrt, Führungen sind bis auf Weiteres abgesagt. Das gilt auch für den Wildpark in Grafenberg - eine ganze Reihe von Bäumen sind entwurzelt, viele stark beschädigt.

Die Aufräumarbeiten im Forst haben jedoch noch nicht begonnen, weil die Forstarbeiter für die vordringlichen Arbeiten im Straßenraum eingesetzt werden. Sobald die Kräfte dort entbehrlich sind, werden sie sich in den Wäldern an die Arbeit machen. Der Wildpark und die Waldschule sind mindestens bis einschließlich Sonntag, 22. Juni, geschlossen. Ob die Hirsche und Wildschweine den Orkan unbeschadet überstanden haben, weiß noch keiner. Zudem ist der vom Orkan besonders hart getroffene Himmelgeister Rheinbogen gesperrt.

Das Unwetter zerstörte auch zwei Düsseldorfer Baum-Veteranen: Die riesige Trauerweide auf der Insel im Teich des Benrather Schlosses wurde vernichtet, eine über 300 Jahre alte Buche an der Gudastraße in Gerresheim hielt dem Wind ebenfalls nicht stand.

Angesichts dieser Situation schlägt Oberbürgermeister Dirk Elbers ein Wiederaufforstungsprogramm vor und will für jeden zerstörten Baum mindestens einen neuen pflanzen lassen. Elbers: "Ich habe heute den Auftrag erteilt, sofort nach Beseitigung der Schäden mit der Neupflanzung zu starten."

(ho-)
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