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Der Feuerwehr-Fan Uli Lammersen aus Düsseldorf

Menschen aus Düsseldorf : Sein Herz ist für die Feuerwehr entflammt  

Ulrich Lammersen hat sein Haus in Düsseldorf-Golzheim in ein Feuerwehrmuseum verwandelt. Mit seinen Modellen und Figuren stellt er reale Einsätze in Schaubildern nach. Gerne würde er seine Schätze mal im Rahmen einer Ausstellung präsentieren.

Wie das alles so weit kommen konnte, weiß Ulrich Lammersen noch ganz genau: „Mein Vater war bei der Feuerwehr, Feuerwache 3 an der Münsterstraße. Daher hat mich das schon als Schulkind fasziniert.“ Und natürlich wollte auch der kleine Uli Feuerwehrmann werden, doch die Eltern hatten andere Pläne mit ihrem Sprössling.

„Ich sollte was Anständiges lernen, in den 70er-Jahren war das Rettungswesen ja noch nicht so richtig gut strukturiert, und man konnte dort auch kaum was verdienen. Also ging ich zur Sparkasse – und bin 45 Jahre geblieben“, erzählt Lammersen, Jahrgang 1956.

Doch als Hobby wurde ihm die Feuerwehr lieb und teuer. Und Uli begann zu sammeln – Modelle von Feuerwehrautos vor allem, auch Fotografien, Broschüren, Zeitungsausschnitte. Als das nicht mehr ausreichte, baute Lammersen Feuerwehrfahrzeuge im Modell nach, bastelte und lackierte. Endgültig eine Art von Kunst wurde daraus, als er Dioramen erstellte, Szenarien in Anlehnung an reale Einsätze in offenen Schaukästen baute, mit Modellfahrzeugen, Häusern im Miniformat und kleinen Figuren – Brände, Unfälle, Alltagsszenen aus der Feuerwache. Was er bestellen konnte, bestellte er, Lammersen wurde auf Flohmärkten oder Sammlerbörsen fündig, nichts blieb von ihm unentdeckt, egal, ob ein Modell 50 Cent oder 50 Euro kostete.

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Zum Glück hat der Golzheimer eine große Wohnung, denn zwei der Zimmer sind vom Boden bis zur Decke voll mit Modellen, die in kleinen Vitrinen an den Wänden hängen – oben Düsseldorf, unten der Rest von Deutschland und Österreich. Insgesamt 1622 Modelle werden so präsentiert, 408 allein aus Düsseldorf.

Hinzu kommt eine große Bildersammlung der Fahrzeuge der Feuerwehr Düsseldorf, die aus 97 DIN-A4-Ordnern mit weit mehr als 1000 Fotos besteht, viele der Aufnahmen hat der Analog-Fan selbst geschossen. Weitere Unterlagen in Form von Büchern, Presseberichten und Broschüren über die Berufs- und die Freiwillige Feuerwehr in Düsseldorf komplettieren die Sammlung im „Museum Lammersen“.

Und da in der Mitte der Zimmer noch Platz war, hat er sich dort mit seinem zweiten Hobby verwirklicht und Modelleisenbahn-Welten aufgebaut. Übrigens: Seine Frau hat nichts dagegen – das ist schon mal wichtig.

Jetzt feiert die Feuerwehr in diesem Jahr ja ihr 150-jähriges Bestehen, im Juli wurde der Geburtstag am Rheinufer groß zelebriert. Und Ulrich Lammersen dachte sich, dass die Feuerwehr doch bestimmt Interesse an seiner Sammlung haben müsste. „Ich habe die auch auf mein großes analoges, gut sortiertes und beschriftetes Foto-Archiv, das bis auf wenige Ausnahmen fast alle Fahrzeuge der Feuerwehr Düsseldorf enthält, hingewiesen“, sagt Lammersen und fügt hinzu: „Ich bin der festen Überzeugung, dass ich mehr Fotos besitze als die Feuerwehr selbst, zumal ich vor allem auf die älteren Sachen aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren spezialisiert bin.“ Doch ein Interesse bestand seitens der Feuerwehr nicht, wurde ihm in einer Mail mit der Anrede „Sehr geehrter Herr Lamm...“ lapidar mitgeteilt.

Das findet Lammersen alles sehr schade, denn er ist sich ziemlich sicher, dass seine Modelle, die Fotos und natürlich die Dioramen ein Publikum finden würden. 1999 hatte er einmal eine große Privatausstellung in der Stadtbücherei an der Blücherstraße. „Man hatte mir Vitrinen für meine Modelle und Dioramen zur Verfügung gestellt. Ich habe nichts dafür bekommen, eher noch selbst Geld hineingesteckt. Aber das wichtigste war für mich, dass die Resonanz bei den Besuchern sehr positiv war – und ich endlich mal meine Schätze zeigen durfte.“ Gerne würde er das noch einmal wiederholen – wenn sich nur jemand finden würde, der seinen Feuerwehr-Schatz ausstellen möchte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Feuerwehr-Fan mit eigenem Museum in Düsseldorf