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Der Düsseldorfer Vater Marcel Scherrer fordert eine frühe Aufklärung über Kinderrechte

Eltern-Kolumne : Wenn der Sohn ein Recht auf Freizeit einfordert

Heranwachsende sollten ihre Rechte möglichst schon im Kindergarten kennen, damit sie zu selbstbewussten Menschen werden.

Neulich überraschte mich mein Sohn. Ich bat ihn, mir beim Abräumen des Abendbrottisches zu helfen. Statt der üblichen Nörgelei wies er mich auf sein Recht auf Freizeit hin. Er hätte bis jetzt keine Zeit zum Spielen gehabt und müsse dies nun dringend tun. Ich war sprachlos und anderer Meinung, aber auch gerührt, dass mein Fünfjähriger mir seine Rechte erklärt.

Sein Wissen um sein Recht auf Freizeit hängt sicherlich mit dem Kinderrechtejahr zusammen, mit dem in zahlreichen Einrichtungen dieses Jahr das 30-jährige Jubiläum der UN-Kinderrechte gefeiert wird.

Auch in seiner Kita haben sich die Kinder mit ihren Erzieherinnen und Erziehern ausführlich mit verschiedenen Rechten beschäftigt und besprochen, was sie für die Kinder bedeuten. Zentral wird dabei beispielsweise die Mitbestimmung der Kinder thematisiert. In regelmäßigen Kinderkonferenzen können Kinder eigene Themen ansprechen, diskutieren und (mit-)entscheiden. Beispielsweise welches Essen erneut gekocht werden soll, wie der Gruppenraum gestaltet wird und welche Regeln warum eingehalten werden müssen.

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Im Rahmen der Kinderrechte kam ein Kind auf die Idee, einen Kinderbestimmtag zu machen, an dem die Kinder gemeinsam beschließen, welche Spielangebote es geben soll, was es zu Mittag gibt und dass sie Spielzeuge und Verkleidungen mitbringen dürfen.

Ich habe großen Respekt vor dem Team, das sich auf dieses Experiment eingelassen hat und freue mich, dass alle Beteiligten einen schönen, besonderen Tag erlebten. Diese Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, dass bereits Kita-Kinder lernen und erleben, dass sie eigene Rechte haben und diese auch gelebt werden. Insofern ist es nicht nur in diesem Jahr die Pflicht von uns Erwachsenen, Kinder mit ihren Rechten vertraut zu machen und zu besprechen, wie diese im Alltag gemeinsam verwirklicht werden können. Denn wenn Kinder ihre Rechte kennen, können sie mit einem besseren Selbstverständnis diese auch für sich und andere Kinder gegenüber Erwachsenen einfordern. Dieses Wissen stärkt ihr Selbstvertrauen und macht sie zu selbstbewussten Menschen.