Der Düsseldorfer Katzenschutzbund hilft Streunern in Düsseldorf

Tierhilfe : Düsseldorfer Katzenschutzbund hat ein Herz für Streuner

Die Zahl wild lebender Katzen in der Stadt wächst stetig, und das bringt Probleme für die Tiere mit sich. Die Mitglieder des Düsseldorfer Katzenschutzbundes wollen das Leben der Streuner verbessern – auch wenn diese dafür kastriert werden müssen.

Tausende verwildeter Katzen leben in Düsseldorf. Die Nachkommen entlaufener Hauskatzen streifen durch Parks und Wälder, huschen durch die Gassen und werden von den Bürgern trotzdem meist nicht wahrgenommen – außer von denen, die sich für sie engagieren. 700 Mitglieder hat der Düsseldorfer Katzenschutzbund. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Kastration der Streuner; denn deren Zahl wächst unkontrolliert. „Sieben bis acht Junge kann eine Katzenmutter pro Wurf gebären“, sagt Uschi Boell, Vorstandsmitglied des Katzenschutzbundes. Außerdem erhöhe sich die Zahl der Würfe im Jahr – das liege auch an der Klimaerwärmung. Und mit der Zahl der Katzen, das wissen die Helfer, steigt auch die Gefahr von Krankheiten sowie die Konkurrenz unter den Tieren um Nahrung, denn jede Katze muss am Tag zehn Mäuse fressen, um satt zu werden.

Um den Bestand der wild lebenden Katzen zu regulieren, stehen einige Mitglieder des Katzenschutzbundes bereit, bei Sichtung streunende Tiere einzufangen und zur Kastration zu einem Tierarzt zu bringen. Vor allem das Fangen gestaltet sich oft abenteuerlich. Boell und ihre Vereinskameraden können Geschichten von nächtlichen Aktionen erzählen, saßen schon stundenlang im Regen in der Nähe ihrer Fallen herum. „Und es muss schnell gehen: Wenn wir eine Nachricht bekommen, können wir nicht erst in ein paar Stunden ausrücken, sonst ist das Tier längst über alle Berge“, sagt Vereinsvorsitzende Sonja Meier. Meist wird das Tier nach der Kastration wieder in die Freiheit entlassen. Ist dies nicht möglich, zum Beispiel weil vor Ort eine Baustelle ist oder die Katze zu krank, um allein zu überleben, kümmert sich der Katzenschutzbund auch darum, ein neues Heim zu finden. Menschenfreundliche Katzen können ins Tierheim kommen und dort auf eine Vermittlung warten, andere finden einen Platz auf Bauernhöfen oder auf dem im Aufbau befindlichen Tierschutzhof im Düsseldorfer Süden. Die Kastration möglichst vieler wild lebender Tiere ist wichtig, um deren Zahl unter Kontrolle zu halten und somit das Leben jeder einzelnen Katze zu verbessern.

Ebenfalls dazu bei tragen die Futterstellen, von denen der Katzenschutzbund etwa 50 im Düsseldorfer Stadtgebiet unterhält. Dort legen freiwillige Helfer Futter aus und bieten geschützte Schlafplätze für die Streuner. Solche Stationen befinden sich oft versteckt in Parks und Grünanlagen – es gebe nicht nur Katzenfreunde in der Stadt, weiß Sonja Meier aus Erfahrung. Eine der größten Futterstellen betreiben Dorothee und Frank Trauscheid: „Wir wissen, dass viele Menschen streuende Katzen auch privat füttern, manchmal auch regelmäßig“, sagen sie. Dabei sei es besser, wenn die Tiere an einer offiziellen Futterstelle fressen. „Wer in seinem Garten öfters Katzen füttert, kann und sollte sich an uns wenden, damit wir zusammenarbeiten und so das Beste für die Tiere erreichen können“, sagen die Fütterer.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Arbeit des Vereins ist die Vermittlung von Katzen zur Pflege. Dabei handelt es sich in der Regel um Tiere aus einem Tierheim, die dort entweder geringe Chancen haben, vermittelt zu werden – etwa weil sie alt oder krank sind – oder die mit anderen Katzen schlecht zurechtkommen. Der Katzenschutzbund vermittelt solche Tiere zur Betreuung an Menschen: Die Katze wohnt bei den Pflegern, aber Rechnungen, etwa für Futter oder den Tierarzt, werden bezahlt. Uschi Boell findet, dass mehr Menschen sich für dieses Modell entscheiden sollten, denn, wie es so oft in der Arbeit des Vereins heißt: „Es ist zum Besten für die Katzen.“

Mehr von RP ONLINE