Düsseldorf: Der Alleskönner

Düsseldorf : Der Alleskönner

Chistirrin (27) aus Mexiko ist das große Talent der aktuellen Show.

Geschmäcker sind verschieden. Aber wenn man nach einer Vorstellung den Publikumsliebling ermitteln müsste, hätte er momentan wohl die besten Chancen. Gerade 27 Jahre alt ist Clown Chistirrin (der eigentlich Marco Antonio Vega heißt) aus Mexiko, aber das Zelt hat er schnell im Griff, wenn er unerschrocken in die Manege stürmt. Auch die weiblichen Fans lieben ihn übrigens, denn trotz zotteliger Perücke und roter Nase kann man sich dem jungenhaften Charme des Alleskönners schwer entziehen. "Ich mag deutsche Frauen, sie sind sehr hübsch", sagt der 27-Jährige dazu mit großem Clown-Lächeln.

In seiner Nummer verdirbt Chistirrin dem Weißclown Gensi wieder und wieder einen Zaubertrick, indem er jedesmal mit einem neuen Instrument, einem neuen Lied, einem neuen Kunststück dazwischengeht. 18 verschiedene Instrumente spielt er, sechs hat er gerade dabei, und wenn er zwischen den Vorstellungen Freizeit hat, dann hört oder sieht man ihn oft eins davon spielen.

"Die Musik ist mir sehr wichtig", sagt er, aber zu seinem Beruf machen wollte er immer schon das Clownsein, spielte schon als Junge gerne die Vorstellungen seines Vaters nach. Der hatte den gleichen Beruf, wie schon dessen Vater und dessen Vater und dessen Vater. Clown in der fünften Generation also, und so ist es kein Wunder, dass Chistirrin gut in das Zirkusleben bei Roncalli passt. Deutschland mag er auch, allenfalls das scharfe mexikanische Essen fehlt.

Lernen musste Bernhard Pauls große Entdeckung erst einmal, wie sehr sich der europäische Humor von dem seiner Heimat unterscheidet. "Dort sind alle energisch, alles ist lauter und hektischer." Hier kann man eine Pointe langsamer aufbauen, etwas Tempo herausnehmen. "Das ist sehr anders, aber es gefällt mir." Man darf erwarten, dass Chistirrin noch oft von sich reden macht in der Zirkus-Welt.

(nic)
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