Linie zwischen Düsseldorf, Meerbusch und Krefeld: Den Bau der U 81 entscheidet Berlin

Linie zwischen Düsseldorf, Meerbusch und Krefeld : Den Bau der U 81 entscheidet Berlin

Mit einer neuen Rheinquerung will Düsseldorf für zigtausende Pendler aus den linksrheinischen Nachbarstädten schnellere Wege zu Flughafen, Messe und Arena. Meerbusch will durch eine andere Trasse besser angebunden werden. Der Bau hängt von einer Kosten-Nutzen-Analyse ab.

Wenn sich die Region Düsseldorf die neue Linie U 81 zwischen dem Düsseldorfer Norden und Meerbusch/Neuss/Krefeld leisten will, dann kann sie das nicht allein entscheiden. Die Bundesregierung wird am Ende ja oder nein sagen, denn sie soll über ihre Zuschüsse das Projekt maßgeblich finanzieren.

Dieser Entscheid hängt nicht vom Wohlwollen eines Ministers oder Staatssekretärs ab, sondern wird nach einem festgelegten Schlüssel berechnet. Ist diese Kosten-Nutzen-Analyse am Ende positiv im Sinne des Neubauprojektes, dann würde das Berliner Ministerium den Bau genehmigen. Ein Fachmann für Straßenbau: "Wenn sich das Projekt nach Kalkulation der Fachleute nicht rechnet, dann kriegt der Bauträger keine Zuschüsse vom Bund."

Meerbusch will neue Trasse

Wenn nun jedoch, wie berichtet, das ganze Projekt aufwendiger wird, weil die Meerbuscher eine zusätzliche Schleife der Trasse zwecks besserer Anbindung des Ortsteils Büderich wünschen, dann wird sich das auf die Kosten-Nutzen-Analyse auswirken — sie wird, jedenfalls auf den ersten Blick, vermutlich ein schlechteres Ergebnis haben.

Anders, so der Fachmann, falls Meerbusch die Neuansiedlung von Wohnungen und Gewerbe auf dem früheren Böhler-Gelände vorantreibt und damit argumentieren kann, dass die U 81 mit einer anderen Trassenführung ja einigen hundert Menschen (vielleicht sogar mehr) eine bessere Anbindung zu Job und Privatleben bietet. Das würde sich auf die Einschätzung der U 81 positiv auswirken.

Wie berichtet, plant Düsseldorf bereits seit den 80er Jahren eine neue Rheinquerung zwischen der Messe und der Stadtgrenze Meerbusch/D-Lörick. Diese Querung würde ausschließlich für Stadtbahnen (als Brücke auch für Fußgänger und Radfahrer) offen sein. Man geht davon aus, dass diese neue Querverbindung in den Düsseldorfer Norden (Arena, Flughafen, Messe) rund 10 000 Autos von der Straße holen würde, weil diese Bahnverbindung für bisherige Autonutzer eine reizvolle Alternative böte.

Auch die Städte Meerbusch, Krefeld und Neuss sind an diesem Projekt interessiert, Meerbusch — über dessen Gelände die Bahn in Richtung Heerdt und Handweise fahren würde — sieht die Chance, seine Wohngebiete besser ans Rheinbahn-Netz anzubinden.

Einer eigens für Meerbusch modifizierten Trasse steht die Stadt Düsseldorf jedoch skeptisch gegenüber, weil sie fürchtet, dass das die gesamte Planung gefährden könnte. Derzeit laufen zwischen den Städten Gespräche über diese Frage. Offen ist auch noch, ob man eine Brücke oder einen Tunnel bevorzugt. Wenn durch die Röhre keine Autos rollen, sei der Preisunterschied zur Brücke nicht ausschlaggebend, sagen manche Fachleute, da die Sicherheitsauflagen nicht so hoch seien.

Schienenverkehr-Experten widersprechen: Würde eine Stadtbahn durch einen Tunnel rollen, wäre allein die Installation des automatischen Zug-Steuersystems sehr teuer. Dieses System sorgt dafür, dass sich auf einer Strecke hintereinander fahrende Züge nicht zu nahe kommen. Es ist vorgeschrieben, sobald Bahnen unter der Erde rollen.

(RP/ila)
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