Demo und Jonas Brothers - Straßensperrungen in Düsseldorf

Verkehrsbehinderungen : Demo und Jonas Brothers - Straßensperrungen in Düsseldorf

Erst eine Menschentraube vor dem Breidenbacher Hof wegen der Jonas Brothers, dann Straßensperrungen wegen einer Demonstration in der Innenstadt: Verkehrsteilnehmer in Düsseldorf hatten es am Donnerstagnachmittag nicht leicht in der City.

Gegen 13.30 Uhr bildetet sich eine Menschenmenge - überwiegend aus Teenagern bestehend - vor dem Breidenbacher Hof. Grund waren die Jungs der US-Band Jonas Brothers. Die treten am Abend beim Finale von „Germany's Next Topmodel“ auf und hatten in dem Nobelhotel Quartier bezogen.

Die Polizei hatte vorsorglich die Theodor-Körner-Straße gesperrt. Wie ein Beamter sagte, wollte man „vermeiden, dass die Jungen Leute unter die Räder kommen, wenn sie gleich Richtung Hotel stürmen.“ So schlimm kam es dann nicht. Um kurz nach 14 Uhr kamen die Bandmitglieder aus dem Hotel, machten mit ein paar ausgewählten Fans Selfies, stiegen in schwarze Busse und brausten davon. Der Straßensturm blieb aus, allenfalls ein bisschen Gekreische war zu hören.

Kaum war die Sperrung aufgehoben, standen die nächsten ein paar Meter weiter kurz bevor. Ein Aktionsbündnis hatte zwei Demonstrationszüge mit 20.000 Teilnehmer angekündigt, um für bessere Arbeitsbedingungen für pädagogische Fachkräfte in Kitas zu demonstrieren. Laut Polizei kamen dann zwischen 5000 und 7000 Teilnehmer.

Die legten ab 14.45 Uhr den Verkehr in der Innenstadt lahm. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden, darunter die Kö, der Fürstenwall, der Graf-Adolf-Platz, die Breite Straße, die Heinrich-Heine-Alle und das Joseph Beuys-Ufer.

„Ich finde das richtig super, das hier so viele mitmachen“, freut sich Silke aus Wuppertal. „Das Thema ist für uns total wichtig. Die Arbeitsbedingungen müssen sich für uns Erzieherinnen auf jeden Fall verbessern.“ Ihre Kollegin Katia ist aus Duisburg nach Düsseldorf gekommen. Sie habe gerade ein Transparent gesehen mit dem Aufdruck „Bildung ist kein Kinderspiel“, das treffe es ganz gut. „Die Politik fragt uns nicht, was wir brauchen“, beklagte eine Kita-Leiterin aus dem Bistum Essen.

Die Teilnehmer des Protestes skandierten laut: „Mehr Personal - Kita wird zur Qual!“. Mit dem Lärm von Ratschen, Rasseln, Klappern und Pfiffen bekräftigten sie die Forderungen.

Organisator der Kundgebung war das Aktionsbündnis „Mehr Große für die Kleinen“, das von Kirchen, Gewerkschaften, der Arbeiterwohlfahrt und dem Landeselternrat Anfang des Jahres gegründet wurde. Sie fordern Nachbesserungen bei der von der Landesregierung geplanten Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz).

Das Bündnis warnt, dass auch mit den vom Land angestoßenen Änderungen Engpässe beim Personal mittelfristig nicht überbrückt werden können. Zugleich müssten die Erzieherinnen immer mehr Aufgaben übernehmen wie beispielsweise Sprachförderung, Inklusion und Integration.

Nach der Demo ist vor der Demo: Bereits am Freitag (24. Mai) müssen sich die Verkehrsteilnehmer in der Düsseldorfer Innenstadt auf die nächsten Sperrungen einstellen. Beim globalen Streiktag von „Fridays for Future“ startet ein Demonstrationszug ab 10.30 Uhr am Maxplatz und zieht von dort durch die Innenstadt zur Abschlusskundgebung im Rheinpark.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Demonstration von Erzieherinnen in Düsseldorf

(csr)