Düsseldorf: Demo gegen Wohnungsnot und teure Mieten

Düsseldorf : Demo gegen Wohnungsnot und teure Mieten

Das neu gegründete Bündnis "Bezahlbarer Wohnraum in Düsseldorf" protestierte am Donnerstag gegen Wohnungsnot und unbezahlbare Mieten. Vierzig Demonstranten kamen nach Bilk. Hier will ein Investor entlang der Witzelstraße auf einem ehemaligen Werksgelände rund 300 neue Wohnungen und Häuser bauen.

Davon sollen 30 bis 50 Wohneinheiten sozial gefördert und weitere 50 im Bereich des "bezahlbaren Wohnens" liegen.

Das Medieninteresse an der Demo war groß. Foto: RPO Stahl

Zuwenig finden die Demonstranten: "Düsseldorf braucht eben keine neuen Luxuswohnungen. Es fehlen jetzt schon 6.400 bezahlbare Mietwohnungen." Auch die Definition von "bezahlbar" ist umstritten: "Die Stadt plant eine Preisbindung an den aktuellen Mietspiegel. Der liegt in Bilk bei 8,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Das können sich eben viele nicht mehr leisten", so Oliver Ongaro vom Straßenmagazin fiftyfifty.

Weitere Mitglieder des Bündnisses sind etwa die Altstadt-Armenküche, der AStA der FH Düsseldorf, die Katholische Arbeitnehmerbewegung und die Linkspartei. "Ein breites Spektrum", sagt Ongaros Kollegin Julia von Lindern. Sie ist sich sicher: "Das Thema braucht mehr gesellschaftliches Engagement. Bisher findet die Diskussion hauptsächlich zwischen den Parteien statt." Deshalb plant das Bündnis eine Unterschriftenaktion und eine weitere Demo an einem Samstag.

Am Schluss berichten die Teilnehmer von eigenen Erlebnissen bei der Wohnungssuche: "Ich wohne mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter direkt am Bahnhof", erzählt Sozialarbeiter Holger Kirchhöfer, der in der Altstadt-Armenküche arbeitet: "Wir würden gerne umziehen, um näher an der Schule und etwas grüner zu wohnen. Doch die Preise sind utopisch. Wir möchten aber gerne in Düsseldorf wohnen bleiben."

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