Düsseldorf: Demo gegen steigende Mieten

Düsseldorf: Demo gegen steigende Mieten

Für bezahlbare Mieten haben am Samstag im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags auch in Düsseldorf knapp 500 Menschen demonstriert. Auf Transparenten forderten sie "Wohnen darf keine Ware sein" und "Friede den Hütten, Krieg den Palästen".

Veranstaltet hatte den Protestzug mit anschließender Kundgebung das "Bündnis für bezahlbaren Wohnraum". Auch in Bochum und Köln sowie bundesweit in Berlin, Hamburg, Dresden, Frankfurt, Hanau und Freiburg hatte das Bündnis zu Protesten aufgerufen. In Düsseldorf sei der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Mietwohnungen mit 9,30 Euro Spitzenreiter in Nordrhein-Westfalen, so die Organisatoren. Dem stünden rund 90 000 Menschen gegenüber, die auf soziale Grundsicherung angewiesen seien und sich ihre Mieten häufig nicht mehr leisten könnten.

Zu der Demonstration aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Armenküchen, Parteien und katholischer Arbeitnehmerbewegung. Das Düsseldorfer "Bündnis für bezahlbaren Wohnraum" erhebt schwere Vorwürfe gegen die Firma. "Die LEG hat bei 1400 Wohnungen in Garath bei Neuvermietungen den Quadratmeterpreis von sechs auf 7,50 Euro angehoben. Dadurch fallen die Wohnungen für Bezieher von Hartz IV aus, weil sie zu teuer sind und von den Ämtern nicht bezahlt werden", sagt Oliver Ongaro, Sprecher des Bündnisses. Die LEG wolle durch diese Preispolitik eine schleichende Änderung der Bewohnerstruktur erreichen. "Es kann nicht sein, dass es in Düsseldorf nur noch hochpreisigen Wohnraum gibt", sagt Ongaro.

Gleichzeitig fordert das Bündnis die Einführung einer Mietpreisbremse bei Neuvermietungen. "Wir beobachten einen Ausverkauf der Städte. Viele Eigentümer von Immobilien handeln heute ausschließlich renditeorientiert. Und die Renditeversprechen an die Investoren treiben die Preise immer weiter in die Höhe", sagt Ongaro. Es beklagt, dass auf dem Wohnungsmarkt keine Akteure agierten, die nicht gewinnorientiert, sondern gemeinwohlorientiert arbeiteten. Selbst die Wohnungsgenossenschaften schauten heute oft auf die Gewinnmaximierung.

(RP)
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