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Düsseldorf: Demo für legales Cannabis

Düsseldorf : Demo für legales Cannabis

Mitglieder des Hanfverbands hoffen, dass die Politik am Modellprojekt festhält.

Unter dem Motto "Gesundheit statt Strafverfolgung" haben am Samstagnachmittag 300 Menschen für die Legalisierung von Cannabis in der Innenstadt demonstriert. Hauptinitiator der Aktion "Global Marijuana March" war die Düsseldorfer Ortsgruppe des Deutschen Hanfverbands (DHV). Mit der Demonstration wollten die Organisatoren auf vermeintliche gesundheitliche Schäden durch die Kriminalisierung von Cannabis hinweisen. An der Veranstaltung beteiligten sich auch lokale Vertreter von SPD, Grünen, FDP und Linken.

Die Demonstranten weisen darauf hin, dass es trotz des Verbots eine große Menge an Konsumenten gebe, die durch Schwarzmarkthandel einem erhöhten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt seien. Gefahr droht ihnen durch mögliche Streckmittel und giftige Zusatzstoffe, aber auch durch die Konzentration des Cannabiswirkstoffs THC. "Die Situation ist vergleichbar mit einem Kneipenbesuch, bei dem man einmal Alkohol bestellt, aber nicht weiß, ob man ein Glas Bier oder Schnaps serviert bekommt", sagte Chris J. Demmer, Sprecher des Düsseldorfer DHV.

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Darüber hinaus sei die Versorgung von erkrankten Menschen wichtig, die trotz der Möglichkeit, Cannabis als Medikament einzusetzen, noch immer schwer an den Wirkstoff kämen. Darüber hinaus kritisiert der Verband eine Stigmatisierung von Konsumenten durch die polizeiliche Strafverfolgung.

Stattdessen fordert der DHV einen Verkauf von Cannabis durch offizielle Abgabestellen, die nicht nur die Wirkstoffe, sondern auch den Jugendschutz kontrollieren könnten. Gleichzeitig solle diese Entkriminalisierung mit Aufklärung und Prävention zu Wirkung und Folgen von Cannabiskonsum einhergehen.

Deshalb setzen die Aktivisten noch immer große Hoffnungen auf das Düsseldorfer Modellprojekt einer Cannabislegalisierung, das vor drei Jahren im Rat beschlossen wurde. Durch den Rückzug der Heinrich-Heine-Universität als Partner steht das Projekt jedoch auf der Kippe. "Ich hoffe, dass die Kommunalpolitik dranbleibt", sagte Demmer.

(RP)