Sanierung Deich wird 50 Zentimeter höher

Düsseldorf · Die Deichsanierung am Herbert-Eulenberg-Weg nimmt Konturen an. Der alte Boden ist abgetragen, der Aufbau des neuen Hochwasserschutzes beginnt. Der Abschnitt ist der erste Teil, anschließend werden die Deiche im Ortskern, in Lohausen und in Himmelgeist erneuert.

 Spatenstich für den Deich-Neubau (von links): Kristian Lütz und Claus-Henning Rolfs von der Stadtentwässerung mit Oberbürgermeister Dirk Elbers auf der Baustelle.

Spatenstich für den Deich-Neubau (von links): Kristian Lütz und Claus-Henning Rolfs von der Stadtentwässerung mit Oberbürgermeister Dirk Elbers auf der Baustelle.

Foto: RP, Werner Gabriel

Hinter Kaiserswerth wird gebuddelt und umgeschichtet, arbeiten sich vier Bagger und zwei Raupen allmählich durch das Erdreich, um es abzutragen und anschließend neu aufzuschichten: Die Sanierung des 650 Meter langen Deiches entlang des Herbert-Eulenberg-Wegs, parallel zur Arnheimer Straße, hat begonnen.

Gestern eröffnete Oberbürgermeister Dirk Elbers mit dem symbolischen Spatenstich die Arbeiten zum Aufbau des neuen Deiches. "Beim Hochwasserschutz sind wir auf einem guten Stand", so Elbers.

Denn mit Kaiserswerth geht die Reihe der Deichsanierungen im Stadtgebiet weiter: Der Bückerbach in Wersten ist bereits neu eingedeicht, in Himmelgeist läuft die Planfeststellung. Als nächstes stehen die Deiche am Ortskern Kaiserswerth, in Lohausen und Benrath an. Der Deich in Wittlaer wird von Duisburg-Mündelheim aus mitgeplant und gebaut. Baubeginn ist jeweils noch nicht absehbar, weil stets im Frühjahr begonnen werden muss. Im November, zum Start der Hochwasser-Saison, müssen die Deiche so weit stehen, dass die Schutz bieten.

Gesamtkosten bis 2013: 23 Millionen Euro. 3,3 Millionen davon werden für die jetzt laufende Sanierung benötigt. 20 Prozent der Kosten muss die Stadt aufbringen, der große Rest kommt vom Land.

"Die Arbeiten sind erforderlich, weil der Deich 100 Jahre alt ist und den Ansprüchen an modernen Hochwasserschutz nicht mehr genügt", sagte Claus-Henning Rolfs, Chef des Stadtentwässerungsbetrieb, beim Ortstermin gestern.

Modern bedeutet zum einen, dass es auf dem neuen Deich keine Bäume mehr geben wird, weil die Wurzeln den Boden zerstören. Zum anderen wird der grüne Wall 50 Zentimeter höher sein als der alte. Rolfs: "Damit können wir einem Hochwasser bis zur 11,75-Meter-Marke gelassen entgegen sehen." Der letzte bedrohliche Hochstand des Stromes wurde 1995 mit 10,32 Metern erreicht. Rolfs: "Wenn das Untere Rheinwerft in der Stadt unter Wasser steht, wird es spannend."

Für den Bau des neuen Deiches wird im Prinzip das alte Material verwendet. Weil es nicht ganz ausreicht, haben Fuhren von Lastwagen Berge von Erdreich von anderen Baugruben herangeschafft. Der gesamte Boden liegt derzeit unter weißen Abdeckplanen, die nötig sind, damit er nicht zu nass oder zu trocken wird. "Wir haben hier nicht etwa abgedeckt, weil der Boden kontaminiert wäre", so Deichexperte Kristian Lütz von der Stadtentwässerung. "Im Gegenteil: Wir haben es hier mit extrem sauberem Boden zu tun."

Noch bevor der alte Deich abgetragen war, hat die Stadt die alte, denkmalgeschützte Pumpstation im Fundament saniert und gestützt. Laut Lütz wird für das Gebäude nach einer Nutzung gesucht. Auch der vordere Rheinweg, der dem Deich und der Überlauffläche vorgelagert wird, bleibt erhalten. Der alte Fuß- und Radweg entlang der Deichkrone kommt wieder.

(RP)
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