Corneliusplatz in Düsseldorf: DEG will Eisbahn an der Kö übernehmen

Corneliusplatz in Düsseldorf: DEG will Eisbahn an der Kö übernehmen

Der aktuelle Betreiber Titus Jacobs bekommt mächtige Konkurrenz. Die DEG möchte die Eisbahn in der Innenstadt betreiben. Auf dem Corneliusplatz könnten 1700 Quadratmeter Eisfläche entstehen.

Die DEG will im kommenden Jahr den Corneliusplatz in eine einzige große Eisbahn verwandeln. Sie soll 1700 Quadratmeter groß sein und DEG-Winterwelt heißen. Düsseldorf bekäme damit eine Eisbahn von internationalem Rang im Herzen der Stadt, wie es sie in anderen Metropolen bereits gibt. Zum Jahresanfang hat die DEG den Kontakt zur Stadttochter Düsseldorf Marketing & Tourismus (DMT) aufgenommen, am Dienstag wurde das Konzept eingereicht. Der Platz würde mit der Bahn überbaut, das Grün, der Schalenbrunnen und die Bänke geschützt und integriert.

Die Pläne und ihre Ausgestaltung sollen jetzt mit der Stadtspitze, dem Gartenamt und den Kö-Anliegern diskutiert werden. "Mit dem Projekt sollen sich alle Seiten verbinden können", sagt Oscar Bruch. Der erfahrene Veranstalter soll im Auftrag der DEG die Bahn organisieren und durchführen. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als einer Million Euro. Das liegt unter anderem an den vier Hütten, die an der Ost- sowie der Nordseite - dort sogar eine mit zwei Etagen - aufgebaut und für Düsseldorf neu angefertigt würden. "Das Design und die Qualität müssen zu Düsseldorf und dem Niveau der Königsallee passen", sagt Bruch.

1999 gab es erstmals am Nordende der Königsallee eine Eisbahn, veranstaltet von Titus Jacobs. Er hatte namhafte Firmen als Sponsor, musste wegen der Bauarbeiten für U-Bahn und Kö-Bogen jedoch ausweichen: zunächst zum Gustaf-Gründgens-Platz, dann hinter die Libeskind-Bauten, wo er auch jetzt residiert. Die neue Konkurrenz dürfte für ihn nicht überraschend kommen, er hat in den letzten Wochen selbst für einen Umzug zum Corneliusplatz geworben. Dort möchte er eine 450 Quadratmeter große Eisbahn aufbauen und auch den Schalenbrunnen umfahren.

Von der DMT heißt es, es gebe noch keine Präferenz. Die Entscheidungsfindung läuft ohnehin über den Schreibtisch von Oberbürgermeister Thomas Geisel, der das Verfahren an sich gezogen hat und im Januar intensiver in das Thema einsteigen will. Klar ist: Eislaufbahnen sind ein Trend. Es gibt sie als weltberühmte Vorbilder in New York, London und Paris. Wien bietet mehr als 8000 Quadratmeter Eisfläche, Köln immerhin 1600.

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"Wir wollen für Düsseldorf als Stadt des Eislaufens und des Eishockeys werben und der Stadt auch etwas zurückgeben", sagt DEG-Präsident Michael Staade. Er führt den Stammverein, der die Winterwelt etablieren möchte - die Profi-Mannschaft wird seit Jahren in einer eigenen Gesellschaft geführt. Die Zahl der Mitglieder im Stammverein ist in den letzen vier Jahren von 320 auf 650 angewachsen, die Zahl der aktiven Eishockey-Spieler von 120 auf 340, es gibt mittlerweile 14 Mannschaften.

DEG-Aktive würden auf der neuen Eisbahn Eislaufunterricht geben, natürlich gäbe es auch "Show-Games" und Visiten der Profi-Spieler mit Autogrammstunden. Im Angebot wären auch Eistanz und Eiskunstlauf. Ideal ist, dass an Nord- und Südseite der Anlage rechteckige Eislaufflächen entstünden, die man für Sonderveranstaltungen abtrennen kann. Eine hohe Flexibilität wäre garantiert, der Spaßfaktor beim Umrunden des illuminierten Brunnens ohnehin. Bruch ist mit den Lichtplanern des Münchner Eiszaubers im Gespräch. "Der Lichter-Dome an der Kö-Brücke Benrather Straße ist solch ein Gewinn, die Eisbahn könnte ein Pendant im Norden werden."

Hier geht es zum Kommentar zur DEG-Winterwelt

(ujr)
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