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Debatte um Radwege - Fahrradkurier hält Straße für sicherer

Interview mit einem Fahrradkurier : "Radfahren ist auf der Straße sicherer"

Niemand kennt die Bedingungen für Radfahrer in der Stadt so gut wie Fahrradkuriere. Holger Lorenz vom Kurierdienst Rotrunner erzählt, was er von den Plänen hält, die sogenannte Radwegebenutzungspflicht abzuschaffen, und wie sicher Radfahren in Düsseldorf ist.

Wie berichtet, diskutiert die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP einen entsprechenden Vorschlag. Das würde bedeuten, dass Radfahrer nicht mehr zwingend den Radweg benutzen müssen, wenn dieser mit einem blauen Schild gekennzeichnet ist. Sie können dann frei wählen, ob sie auf dem Radweg oder auf der Straße fahren.

Begrüßen Sie den Vorschlag?
Lorenz Auf jeden Fall. Es ist ein längst überfälliger Schritt, diese unsinnige Pflicht abzuschaffen, dass der Radweg benutzt werden muss. In anderen Städten ist das schon längst gängige Praxis. Düsseldorf hinkt da etwas hinterher.

Ist es nicht sicherer, auf dem Fahrradweg zu fahren?
Lorenz Nach unseren Erfahrungen auf gar keinen Fall. Wer zügig mit dem Fahrrad unterwegs ist, dem drohen auf dem Radweg eine Menge Gefahren: Autofahrer fahren zu schnell aus Ausfahrten oder achten beim Rechtsabbiegen nicht auf den Radweg, Fußgänger machen einen unerwarteten Schritt zur Seite. Dann kommt es schnell zu Unfällen. Zudem sind die Radwege oft nicht befahrbar, weil dort Autos und Lieferwagen parken.

Wie handhaben es Ihre Kurierfahrer?
Lorenz Wir schreiben ihnen nicht vor, wie sie zu fahren haben. Doch es zeigt sich, dass alle ausschließlich auf der Straße fahren. Kurierfahrer sind im Durchschnitt 20 Kilometer pro Stunde schnell, in der Spitze auch deutlich mehr. Damit sind sie viel zu schnell für den Radweg.

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Was ist Ihr Tipp für andere Fahrradfahrer?
Lorenz: Wer geübt und schnell Fahrrad fährt, ist sicherer auf der Straße. Wichtig ist, dass man möglichst mit dem Verkehr mithalten kann. Allerdings gibt es auch vielbefahrene Straßen, auf denen man sehr aufpassen muss.

Tut Düsseldorf genug für die Fahrradfahrer?
Lorenz Politik und Verwaltung bemühen sich, aber können zum Teil nicht wirklich viel machen. Denn Düsseldorf hat ein Kardinalproblem: Nach dem Krieg wurde die Stadt autofreundlich wiederaufgebaut. Das hat zur Folge, dass die Straßenschluchten oft zu eng sind. Es gibt einfach nicht genug Platz für Fahrradfahrer.

Das Interview führte Joris Hielscher

Was auf Radwegen erlaubt ist, lesen Sie hier.

(joh)