Debatte um Parkhaus-Abriss: Malkasten verteidigt Pläne und lädt zur Diskussion

Protest gegen Baupläne : Malkasten wehrt sich gegen Kritik

Künstler hatten sich gegen den Abriss des Ausstellungsraums Parkhaus ausgesprochen. Jetzt reagiert der Vorsitzende des Künstlervereins Malkasten und verteidigt die Pläne.

Ein großer E-Mail-Verteiler, der zahlreiche Düsseldorfer Künstler, Kuratoren, Galeristen und Museumsleute erreichte, hatte vergangene Woche für Wirbel gesorgt. Aufgerufen wurde darin zum Erhalt des Parkhauses, einem Ausstellungsraum auf dem Malkasten-Areal, der einem Neubau weichen soll. „Es rollen bald die Bagger an, und dann ist das Parkhaus als Ort der künstlerischen Selbstbestimmung perdu“ hatte es in der Protestnote geheißen und: „Rettet man das Parkhaus – rettet man den Malkasten!“ Unterschrieben worden war der Aufruf unter anderem von namhaften Künstlern, darunter etwa Katharina Fritsch und Gregor Schneider.

Nun aber wehren sich der Vorsitzende des Künstlervereins Malkasten, Robert Hartmann, sowie Manfred Morgenstern aus dem Wirtschaftsbeirat des Vereins gegen die Kritik. Der Ausstellungsraum könne auf Dauer wegen seines baulichen Zustands gar nicht erhalten werden, so Hartmann und Morgenstern. „Auch deshalb schafft nur der Neubau auch hierfür eine zukunftsfähige Perspektive.“

Vorausgegangen waren dem Dissens die Präsentation der Bauvorhaben des Malkastens. Der Verein hatte Mitte Mai Pläne vorgestellt, die umfangreiche Sanierungsarbeiten vorsehen, unterstützt durch die Gerda-Henkel-Stiftung, die im Gegenzug auf dem Gelände Büro- und Seminarräume im Erbbaurecht errichten darf. Eine Millionen Euro soll zudem als Spende für die Bauaktivitäten des Malkastens fließen, mit dem Geld sollen etwa die angrenzenden Annexbauten samt Parkhaus durch einen Neubau ersetzt werden, auch die Fläche für Ausstellungen soll größer werden. Zudem soll es künftig einen Skulpturenhof geben.

Die Pläne seien bereits 2018 in einer Mitgliederversammlung präsentiert und der Vorstand des Vereins bei vier Gegenstimmen beauftragt worden, das Projekt mit der Henkel-Stiftung zu realisieren, heißt es nun von Hartmann und Morgenstern. Im Mai dieses Jahres seien alle Details in einer weiteren Mitgliederversammlung vorgestellt worden, und eine „übergroße Mehrheit“ der 130 Anwesenden habe das Projekt bestätigt. „Erhalt des Raumes Parkhaus bedeutet Erhalt der Ruinen, bedeutet keine erweiterten Ausstellungsmöglichkeiten für alle anderen Mitglieder“, so Hartmann und Morgenstern weiter, die nun auf ihre Kritiker zugehen wollen. Zu umfassender Information und öffentlicher Diskussion laden sie deshalb in den Malkasten ein – und bitten um rege Beteiligung.

Info Diskussion am 12. Juni, 19 Uhr, Malkasten, Jacobistraße 6.