Düsseldorf: Debatte um Eigenkapital im Verwaltungsrat der Sparkasse

Düsseldorf : Debatte um Eigenkapital im Verwaltungsrat der Sparkasse

Nach wie vor scheint in der Frage, ob die Stadtsparkasse an die Stadt als Gesellschafterin Geld ausschüttet, kein Kompromiss in Sicht zu sein. In der gestrigen Sitzung des Verwaltungsrates soll darüber zwar nicht direkt gesprochen worden sein, doch laut mehreren Teilnehmern sind die Fronten zwischen Stadtsparkassen-Chef Arndt Hallmann und Oberbürgermeister Thomas Geisel, der auch Vorsitzender des Kontrollgremiums ist, nach wie vor verhärtet.

Erneut soll gestern die Geschäftsstrategie des Sparkassen-Vorstands debattiert worden sein. Im Zentrum steht dabei die Eigenkapitalbildung. Hallmann möchte den kompletten Gewinn - für das vergangene Jahr rund 134 Millionen Euro - ins Eigenkapital führen. Seit der globalen Finanzkrise gelten dafür strengere Regeln. Geisel und die Politiker des Ampel-Bündnisses (SPD, Grüne, FDP) im Verwaltungsrat halten Hallmanns Position für zu restriktiv, zumal 2014 durch den Verkauf der Immobiliensparte Corpus Sireo eine Sondereinnahme von rund 50 Millionen Euro zu verbuchen war. Sie wollen deshalb eine Ausschüttung von 26,5 Millionen Euro, haben im Verwaltungsrat gegen die Arbeitnehmervertreter und die CDU aber keine Mehrheit.

Spannend wird es in der Verwaltungsratssitzung am 26. Juni, wenn der Jahresabschluss vorgelegt und klar wird, ob etwas ausgeschüttet werden soll. Als letzte Möglichkeit könnte der Stadtrat im September eine Ausschüttung erzwingen, denn dort hat die Ampel die Mehrheit.

(dr)
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