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Online-Befragung: Das wünschen sich Kinder und Jugendliche für Düsseldorf

Online-Befragung : Das wünschen sich Kinder und Jugendliche für Düsseldorf

Die Stadt hat erstmals per Internet die jungen Einwohner gefragt, wie sie das Leben in Düsseldorf bewerten und welche Wünsche sie haben. Das Ergebnis: Jugendliche wollen bezahlbaren Wohnraum und ein besseres Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mehr Busse und Bahnen, günstigere Mieten und mehr Sicherheit auf Radwegen - wer die Listen mit den wichtigsten Wünschen der jungen Düsseldorfer liest, glaubt zunächst, er habe die Umfrageergebnisse der Erwachsenen in die Hände bekommen. Tatsächlich stehen aber diese Punkte, die auch in der politischen Diskussion großen Raum einnehmen, für die Menschen zwischen elf und 20 Jahren im Mittelpunkt. Das ergab die erste in Düsseldorf durchgeführte Online-Befragung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 3181 Antworten erhielt die Stadt, die gestern die Auswertung vorstellte.

Die genannten Wünsche ergaben sich aus einer offenen Frage unter "Kritik und Anregung". 42 Prozent der Antwortenden gaben an, dass die Infrastruktur verbessert werden müsse. Dazu zählten der bezahlbare Wohnraum, der Ausbau des Nahverkehrs und die Probleme der Radfahrer. 29 Prozent wünschten sich, dass es noch mehr Freizeitangebote (Sport, Musik, Kultur) in Düsseldorf gibt und diese auch bezahlbar sind. Zwölf Prozent kritisierten unter diesem Punkt ihren Schulalltag: die langen Unterrichtszeiten, die Qualität des Essens in der Mensa und der Stress durch G8.

Die Antworten zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen brachten auf den weiteren Plätzen Erfreuliches bis Erstaunliches. Auf den erwartbaren Spitzenreiter "Im Internet surfen und chatten" (94 Prozent) folgten "Mit Freunden zu Hause treffen" (89), "Sport treiben" (85) sowie "Bücher und Zeitschriften lesen" (83). Letzteres ist ebenso wie die Angabe "Angebote der Stadtbücherei nutzen" bei Mädchen stärker ausgeprägt, bei Jungen liegt der Wert fürs Internet noch über den genannten 94 Prozent.

Politisches Interesse oder Engagement rangieren in dieser Liste weit hinten. Zu den wesentlichen Institutionen der Landeshauptstadt (Stadtrat, Jugendrat, Bezirksvertretungen) gaben jeweils mindestens 63 Prozent der Befragten an, sie nicht zu kennen oder nichts darüber zu wissen.

Die Studie wird in den kommenden Wochen den Fachausschüssen des Stadtrates vorgelegt, die über die Konsequenzen beraten. Sozialdezernent Burkhard Hintzsche nannte bei der Präsentation eine erste wichtige Schlussfolgerung. Die Stadt und die Jugendverbände müssten mehr mobile Angebote und mehr Angebote am Wochenende schaffen sowie die Öffnungszeiten von Jugendeinrichtungen flexibel (passend zum Ganztag) gestalten. "Wir haben es mit einer Generation zu tun, die unter veränderten Schulbedingungen heranwächst und deshalb unter der Woche deutlich weniger Freizeit hat. Darauf müssen wir reagieren."

(RP)