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Drei-Scheiben-Haus: Das Wahrzeichen

Drei-Scheiben-Haus : Das Wahrzeichen

Düsseldorf (dto). Es war Düsseldorfs erstes Hochhaus der Nachkriegszeit. Für viele Düsseldorfer gehört das Thyssen-Hochhaus, das Drei-Scheiben-Haus seit 1960 zum Stadtbild. Es ist Symbol für eine blühende Wirtschaft und kühne Architektur. 1966 wurde Düsseldorf der Hauptverwaltungssitz der Thyssen AG, die nach und nach das schmale Hochhaus in Besitz nahmen

Von 1957 bis 1960 entstand das erste Hochhaus der Nachkriegszeit in Düsseldorf, das als "Thyssen-Hochhaus" oder "Drei-Scheiben-Haus" zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt wurde. Der Bau dieses Hochhauses war nur durch die Anwendung der Stahlskelettbauweise möglich, wodurch 29 Geschosse und eine Höhe von fast 100 Metern erreicht wurden. Die Besitzverhältnisse an dem Hochhaus haben sich durch Firmenzusammenschlüsse im Stahlbereich geändert. 1973 wurde das Thyssen-Hochhaus an die Deutsche Leasing- Gesellschaft verkauft. Seit 1999 sind die neuen Symbole des Konzerns ThyssenKrupp an der Stirnseite angebracht.

Seit 1966 ist Düsseldorf der Hauptverwaltungssitz von Thyssen; allerdings haben schon Anfang der 60er Jahre einige Verwaltungsbereiche der Thyssen AG im Dreischeibenhaus der Phönix AG ihre Arbeit aufgenommen. Die 1951 als eines der Nachfolgeunternehmen der Vereinigten Stahlwerke neu gegründete Phoenix-Rheinrohr AG Vereinigte Hütten- und Röhrenwerke war 1964 vom Thyssen-Konzern übernommen worden.

Mitte März 1997 versuchte die Friedrich Krupp AG Hoesch-Krupp in Essen, den wesentlich größeren Thyssen-Konzern in Düsseldorf im Zuge einer feindlichen Übernahme an sich zu binden. Dies war fast erfolgreich, zumindest hatte man die Finanzierung zum Ankauf der Thyssen-Aktienmehrheit bereit stehen. Durch eine Indiskretion in Düsseldorfer Bankenkreisen wurde das Vorhaben jedoch vor Vollendung ruchbar. Es kam zu Protesten und Demonstrationen der Thyssen-Belegschaft, unter anderem von 30.000 Arbeitnehmern in Frankfurt am Main vor dem Hauptgebäude der Deutschen Bank.

Durch die Proteste führten Krupp-Hoesch und Thyssen Verhandlungen über eine gemeinsame Stahlgesellschaft. Zu betriebsbedingten Kündigungen sollte es nicht kommen, wohl aber zum Abbau von 6600 der 23600 bestehenden Arbeitsplätze bis zum Jahr 2001. Nach Auseinandersetzungen kam es zur Zusammenlegung der Stahlbereiche in der ThyssenKrupp Stahl AG zum 1. April 1997. Am 1. September 1997 kündigten die Vorstände beider Industriekonzerne für 4. November 1997 ihre Gesamtfusion an.

(alfa)