Das tut die Stadt Düsseldorf 2019 beim Wohnen

Bezahlbarer Wohnraum in Düsseldorf: Das tut die Stadt 2019 beim Wohnen

Pro Jahr will OB Thomas Geisel 3000 neue Wohnungen schaffen. Jetzt gab er einen Einblick in die Zahlen. Außerdem will er im Stadtrat einen neuen Vorstoß für eine Satzung gegen die Vermietung von Wohnungen über Airbnb wagen.

Beim Wohnungsbau in Düsseldorf geht es voran, sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD). Am Freitag stellte er aktuelle Zahlen zum Wohnungsbau sowie seine Strategie für dieses Jahr zum Thema vor.

Demnach sollen 2019 mehr als 2500 neue Wohnungen fertig werden – damit nähert sich Geisel seinem 2014 ausgerufenen Ziel von 3000 neuen Wohnungen pro Jahr an. Aber auch politisch möchte er das Thema weiter voranbringen. Der Überblick:

Grundsätze

„Bauen, bauen, bauen“ und „Innenverdichtung vor Außenzersiedelung“ – das sind die zentralen Grundsätze der Wohnungspolitik des Oberbürgermeisters. „Immer mehr Menschen wollen nach Düsseldorf ziehen“, sagte er am Freitag, deshalb sei es wichtig, möglichst viel Wohnraum zu schaffen. Damit nehme man auch den Druck aus dem Markt, könne weiter steigende Mieten verhindern.

Zusammen mit Baudezernentin Cornelia Zuschke machte er aber deutlich, dass dieses Credo nicht bedeute, die Stadt zuzubauen. „Es wird weiter Grünflächen, Frischluftschneisen und natürlich auch Flächen für die Industrie geben“, so Geisel. Zuschke dazu: „Verdichten muss nicht „mehr“ heißen, sondern auch „anders“.

Zahlen

Einen genauen Blick warf die Stadtspitze auf die Zahl der Bebauungsplanverfahren (B-Plan), der Baugenehmigungen und auf die Fertigstellung von Wohnungen. Aus ihren Daten geht hervor, dass etwa die Zahl der B-Plan-Verfahren von 910 im Jahr 2017 auf 2370 im vergangenen Jahr gestiegen ist. Dieses Jahr soll es 2670 solcher Verfahren geben. Fertiggestellt wurden 2017 knapp 2400 Wohnungen, 2018 insgesamt 2053 und für 2019 prognostiziert die Stadt aktuell 2562 fertiggestellte Wohnungen.

Maßnahmen

Bei der Vergabe städtischer Grundstücke möchte Geisel die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWD) bevorzugen. „Der Vorteil ist, dass die SWD nicht nur öffentlich geförderte Wohnungen schafft, sondern dass die Wohnungen, auch wenn sie aus der Bindung fallen, weiterhin bezahlbar bleiben.“ Nutzen soll die SWD zum Beispiel Flächen, auf denen bislang Flüchtlingsunterkünfte standen.

Darunter sind etwa Flächen an der Schimmelpfennigstraße in Benrath und an der Meineckestraße in Golzheim. Grundstücke, die nicht von der SWD genutzt werden, sollen möglichst an Genossenschaften gegeben werden. „Sie hatten in den vergangenen Jahren wenig Möglichkeiten, um neue Projekte zu realisieren“, sagte Geisel. Helfen bei der Verteilung der Grundstücke sollen auch so genannte Konzeptausschreibungen, bei denen besondere Projekte etwa für Wohngruppen realisiert werden.

Ausblick

Außerdem will der Oberbürgermeister dieses Jahr einen neuen Anlauf für eine Zweckentfremdungssatzung gegen die Vermietung von Wohnungen etwa über Portale wie Airbnb wagen. Dafür hatte es vergangenes Jahr keine Mehrheit in der Ampel-Kooperation gegeben – die FDP war dagegen.

Geisel hofft, dass die Liberalen zustimmen, wenn Bund und Land eine Meldepflicht für Vermietungen dieser Art schaffen. In dieser Sache hat er sich ans Bundesfinanzministerium und an Ministerpräsident Armin Laschet gewendet: „Die Sorge der FDP, dass eine solche Satzung zu viel Bürokratie bedeutet, wäre mit der Meldepflicht vom Tisch“, argumentiert Geisel.

Er möchte zudem das Handlungskonzept Wohnen beim sozialen Wohnungsbau erweitern und mit Land und Bund über den Ankauf von Grundstücken in deren Besitz in Düsseldorf verhandeln.

Infos zu „Wem gehört Düsseldorf?“ gibt es unter www.wem-gehoert-duesseldorf.de

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