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Juwelier im Kö-Bogen: Das teuerste Collier in Düsseldorf

Juwelier im Kö-Bogen : Das teuerste Collier in Düsseldorf

Eine Investition, die man sich zweimal überlegt – Juwelier Rüschenbeck bietet ein Schmuckstück für eine Million Euro.

Eine Investition, die man sich zweimal überlegt — Juwelier Rüschenbeck bietet ein Schmuckstück für eine Million Euro.

Wer Merdal Güler ein feines Grinsen ins Gesicht zaubern möchte, der fragt den Geschäftsführer des Juweliers Rüschenbeck im Kö-Bogen am besten Folgendes: "Kann die Frau das Collier zurückgeben, wenn es ihr nicht gefällt?"

Die Frage ist schließlich eine große Unverschämtheit. Denn das Collier ist nicht irgendein Collier, es ist das teuerste Schmuckstück, das in Düsseldorf zum Verkauf angeboten wird. Jedenfalls ist Güler keines bekannt, das einen höheren Wert hat. Es kostet nicht 10 000 Euro, es kostet nicht 100 000 Euro, es kostet 1 000 000 Euro. In Worten: eine Million. Wer es nicht glaubt, sieht einfach ins Schaufenster der am Samstag eröffneten Filiale. Dort ist das Collier zu sehen, dort ist der Preis mit den sechs Nullen zu sehen.

Damit erklärt sich auch Gülers feines Grinsen. Welcher Frau würde dieses Collier nicht gefallen und welche Frau würde ernsthaft darüber nachdenken, dieses Collier wieder zurückzubringen, wenn der Mann es ihr geschenkt hat? "The Bridge" heißt das Schmuckstück, weil Herr Rüschenbeck sich von den Stahlrauten an der Golden Gate Bridge in San Francisco inspirieren ließ. Die Raute ist auch die Form, die das Collier prägt.

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Die Frage, warum das Schmuckstück so teuer ist, lässt sich zum einen technisch beantworten. Das Collier hat 321 Brillanten mit 165 Karat. Jeder Brillant ist ein Halbkaräter und hat einen Durchmesser von 5,12 Millimetern. Ein Jahr verging von der Zeichnung bis zum fertigen Einzelstück, das unter der Eigenmarke des Juweliers erscheint, "Just Jewels". Dabei sind es natürlich nicht bloß Juwelen.

Denn die Frage, warum jemand eine Million dafür zahlt, lässt sich auch anders beantworten. Emotional. Güler berichtet, dass die Interessentinnen sich gar nicht so sehr mit den technischen Details aufgehalten, sondern es umgelegt und festgestellt hätten, wie geschmeidig es sich anfühlt. Das Funkeln in allen Farben, wenn man das Collier ins Licht hält, ist auf jeden Fall amtlich. Ob er es denn noch vor Weihnachten verkaufen wird?

"Schön wäre es, aber das Collier ist nicht unbedingt etwas, das man nur an Weihnachten verschenkt", sagt Güler. Wer auch immer es dann kauft, der nimmt es in einem "schönen Schlafgemach" mit, wie Güler das Lederetui beschreibt. Er kann sich durchaus vorstellen, dass der Käufer keine Frau ist, sondern ein Mann, der seine Gattin damit überraschen wird. Vielleicht schenkt er ihr auch den Ring für 197 000 Euro, das zweitteuerste Schmuckstück in der Filiale.

Damit das Collier von einem Käufer und nicht von einem Dieb mit nach Hause genommen wird, tut Rüschenbeck einiges. An den Eingängen stehen Sicherheitskräfte, und wer hinein möchte, muss durch eine Schleuse. Das heißt, man kann sich nicht einfach das Collier um den Hals legen und damit wegrennen, weil niemals beide Schleusentüren gleichzeitig geöffnet sind. Mit dem Hammer die Scheiben einschlagen, das funktioniert auch nicht. "Die Scheiben halten selbst ein fahrendes Auto auf", sagt Güler und man traut sich nicht zu fragen, ob denn ein Lkw ausreiche.

Wer Merdal Güler ein noch feineres Grinsen ins Gesicht zaubern möchte, der fragt ihn am besten, ob das Collier weltweit verschickt wird. Verschickt ist nicht das richtige Wort. "Ich würde es persönlich vorbeibringen."

(RP)