Hospiz am EVK: Das Sterben nicht verdrängen

Hospiz am EVK : Das Sterben nicht verdrängen

Betreuen von Todkranken und deren Angehörigen statt Sterbehilfe ist die Leitidee des Hospizes am EVK. Als prominente Verbündete will Staatsministerin Hildegard Müller helfen, das Konzept zu verbreiten.

Ein Sterbehospiz bietet mehr als gute medizinische Versorgung, es verkörpert auch eine Idee: Menschen sollen in der letzten Lebensphase nicht vereinsamt und mit ihrer Angst vor dem Tod allein gelassen sein; Familienangehörige sollen Hilfe und Unterstützung bekommen, um Zeit für die Schwerstkranken zu haben. "Aber diese Auffassung von einem würdigen Lebensende ist nach wie vor in der Gesellschaft wenig bekannt, der Tod ist ist ein Tabuthema", weiß Susanne Hirsmüller, Leiterin des Hospizes am Evangelischen Krankenhaus (EVK) aus Erfahrung. Deshalb müsse immer wieder über die Arbeit im Hospiz gesprochen werden.

Dafür hat das Hospiz jetzt eine prominente Mitstreiterin gewonnen. Hildegard Müller (MdB/CDU und Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin) wird ein Jahr lang als Verbündete des Hospizes am EVK auftreten. "Ich halte es für sehr wichtig, dass Menschen in der letzten Lebensphase Geborgenheit erfahren, mit anderen zusammen sind", erklärte sie. Wer keine Familie mehr habe, brauche vielleicht Gesprächspartner, um auf das Leben zurückblicken und es so loslassen zu können.

Angehörige brauchten Ansprechpartner, um mit der ungewohnten Situation einer tödlichen Krankheit fertig zu werden. Die letzte Lebensphase müsse nicht nur von Trauer geprägt sein, es gebe im Alltag auch Momente zum Lachen und für gute Laune. Um das zu unterstreichen, hat Müller für ihre Unterstützungs-Aktion den Leitsatz "Gemeinsame Augenblicke möglich machen", gewählt.

"Die gute Arbeit und die Leitidee der Hospizbewegung werde ich auch gegen die Bemühungen von Dignitas für eine Sterbehilfe ins Feld führen", sagte Hildegard Müller. Sterbehilfe dieser Art lasse den Todkranken in seiner Einsamkeit allein, verdränge das Sterben auch weiterhin aus der Gesellschaft.

Hinter der Leitidee des Hospizes stehe auch die Auffassung, dass jeder mitverantwortlich dafür sei, ob der einzelne in Würde und in Geborgenheit sterben könne, meinte Hirsmüller. "Darin zeigt sich auch eine christliche Lebensauffassung, dass Engagement für den Nächsten einen hohen Wert hat." Die Auffassung würden die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hospizes zeigen, wenn sie sich Zeit für die Sterbenskranken und ihre Angehörigen nähmen. Ihr Einsatz sei sehr gefragt, so dass neben finanziellen Förderern stets auch neue Mitarbeiter willkommen seien, erklärte Hans Helmut Gruenagel vom Förderverein Hospiz

(RP)