Baumaßnahme in Düsseldorf: Das Polizeipräsidium wird erst 2022 fertig

Baumaßnahme in Düsseldorf: Das Polizeipräsidium wird erst 2022 fertig

Ursprünglich hatte der Landesbaubetrieb drei Jahre geplant. Inzwischen dauert der Bau bereits vier Jahre und kostet 60 Millionen mehr.

Als die Altstadtwache am vergangenen Freitag feierlich eröffnet wurde, lobten alle Beteiligten die reibungslose Abwicklung von Planung und Umzug. 15 Monate hat es gedauert, vom Unterzeichnen des Mietvertrags bis zur Eröffnung mit Schnittchen und Minister.

Der muss sich für die Einweihung des Polizeipräsidiums noch keinen Termin vormerken. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) hat jetzt erneut "den Zeitrahmen angepasst", wie eine Sprecherin auf Anfrage bestätigte. Demnach müssen die Häppchen zur Eröffnungsparty frühestens "im ersten Quartal 2022" geordert werden - sechs Jahre nach dem einst geplanten Einzugstermin. Grund seien Terminverschiebungen und "Ruhephasen", die bei der Sanierung des Altbaus eingehalten werden müssten.

Am Altbau, der 1933 in Betrieb ging und seither selten aufgebessert wurde, ist einiges zu sanieren, vor allem der Beton. Das ist nicht nur an einer Stelle laut, der Lärm überträgt sich schwingungsmäßig durch das gesamte Gebäude und raubt denen, die dort arbeiten - unter anderem die Mordkommission, der Staatsschutz und die Leitstelle - den letzten Nerv. Mit den Ruhephasen wolle man ihnen "entgegenkommen", so die BLB-Sprecherin.

Wegen des Baulärms hatte der BLB der Polizei nach mehrjährigen Diskussionen ein Ausweichquartier im ehemaligen Innenministerium an der Haroldstraße eingerichtet. Allerdings sind dort nur wenige Flure hergerichtet worden, ein Großteil der Polizisten ist weiter im alten Gebäude dem Lärm ausgesetzt. Nicht einmal die Wache ist wie geplant vom Jürgensplatz ins alte Ministerium umgezogen. Nach Informationen unserer Redaktion hat das vor allem Sicherheitsgründe. Aber die Wache muss in jedem Fall dorthin - ihre Räume im Erdgeschoss des Altbaus müssen schließlich auch saniert werden.

2014 hatte eine missverständliche Ausschreibung der Bauarbeiten für die Tiefgarage, gepaart mit Personalknappheit bei der Bezirksregierung, für einen gut einjährigen Baustopp gesorgt. Der habe bis heute Nachwirkungen auf das Gesamtprojekt: Andere bereits vergebene Aufträge hätten nicht ausgeführt werden können und "die Unternehmen konnten sich ja nicht zu unserer Verfügung halten", so die BLB-Sprecherin.

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Im Januar 2014 hatte ein Bauunternehmer, dessen Angebot für den Tiefgaragenbau nicht angenommen worden war, dagegen geklagt. Erst neun Monate später gab ihm die Vergabekammer der Bezirksregierung recht. Und weitere vier Monate dauerte es, bis das Oberlandesgericht als Berufungsinstanz den Beschluss der Vergabekammer wieder kassierte. Währenddessen ruhte der Bau, weil erst nach der - beklagten - Tiefgarage der Neubau entstehen sollte. Während der Zwangspause allerdings plante der BLB noch einmal um - nach Ende des Baustopps wurde nicht die Tiefgarage, sondern doch zuerst der Neubau errichtet. Der steht inzwischen, die Tiefgarage ist zumindest ausgegraben - sie soll 2019 fertig werden.

Eine feste und einheitliche Adresse hat die Düsseldorfer Polizei also vorläufig nicht. Dafür steht sie aber 2017 schon im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes: Der bescheinigt dem BLB für die Kostensteigerung von satten 60 Millionen auf nunmehr rund 130 Millionen Euro Steuerverschwendung. Am Kostenrahmen, heißt es aktuell beim BLB, seien "Anpassungen" derzeit nicht nötig.

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(RP)