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Das Jüdische Gymnasium in Düsseldorf wird am provisorischen Standort ausgebaut

Schulen in Düsseldorf : Albert-Einstein-Gymnasium wird in Rath ausgebaut

Da nach wie vor ein Grundstück für einen Neubau fehlt, wächst die Schule der Jüdischen Gemeinde nun in ihrem Provisorium. Die Schulleitung geht davon aus, dass mindestens der älteste Jahrgang am vorübergehenden Standort sein Abitur machen wird.

Das Albert-Einstein-Gymnasium will an seinem Standort in Rath wachsen. „Wir planen, einen weiteren Teil des bereits genutzten Bürogebäudes übergangsweise für schulische Zwecke zu nutzen“, sagt Schulleiter Michael Anger. Das von der Jüdischen Gemeinde getragene Gymnasium ist provisorisch an der Theodorstraße untergebracht. Die Schule sucht schon länger nach einem geeigneten Grundstück für einen Neubau, bislang ohne Erfolg. Auch ein zwischenzeitlich angedachter Umzug in ein Schulgebäude an der Borbecker Straße in Unterrath war am Ende verworfen worden. „Weil Sicherheitsgründe dagegen sprachen“, sagt Anger.

Doch das Gymnasium braucht rasch mehr Platz. Es befindet sich im Aufbau, jedes Jahr kommt eine weitere Jahrgangsstufe hinzu. Von August an müssen in der umgebauten Büroimmobilie an der Theodorstraße, die der städtischen Bautochter IDR gehört, in den Stufen 5 bis 9 jeweils zwei Klassen unterrichtet werden. Dafür reichen die bislang gemieteten Etagen nicht aus. Deshalb will die Jüdische Gemeinde mit dem Architekturbüro RKW neue Räume in einem anderen Teil des Bürogebäudes entwickeln. Der Bauantrag wird am heutigen Dienstag in der Bezirksvertretung 6 im nicht-öffentlichen Sitzungsteil beraten.

Geplant ist, weitere vier Etagen in dem Gebäudekomplex zu nutzen. Nach dem Ausbau sollen sich im Erdgeschoss Mensa und Aula befinden, auf der ersten Etage die Verwaltung sowie Klassenräume, in der zweiten Etage Fachräume und auf der vierten Etage vor allem die Räume für die Oberstufe. Geplant ist auch ein Gebetsraum für die jüdischen Schüler. „Im Moment rechnen wir damit, dass hier zumindest unser ältester Jahrgang sein Abitur absolvieren wird. Denn selbst nach Klärung der Grundstücksfrage muss man mit einer mehrjährigen Umsetzungsphase rechnen“, sagt Michael Rubinstein, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde. Die Kosten für die jetzt geplante Erweiterung schätzt er auf „mindestens 1,5 Millionen Euro“. 98 Prozent des finanziellen Aufwands trägt die Gemeinde.

Derzeit gehen 210 Schüler auf das 2016 eröffnete Gymnasium. 170 davon sind Juden, 40 gehören anderen Religionen an. Die Schule hat von Anfang an Wert darauf gelegt, für alle Heranwachsenden offen zu sein. Anger freut sich, dass der Anteil der nicht-jüdischen Schüler inzwischen bei 20 Prozent liegt. Von der Erweiterung erhofft er sich auch eine Steigerung der Anmeldezahlen. Bislang wechselten noch viele Schüler der jüdischen Grundschule auf städtische Gymnasien. „Die Übergangsquote würden wir gerne verbessern“, sagt Anger.

Die Hoffnung auf ein geeignetes Grundstück hat die Gemeinde noch nicht aufgegeben. „Aber wir brauchen zwischen 10.000 und 14.000 Quadratmeter, die finanzierbar sind, und das ist in Düsseldorf eine Herausforderung“, sagt Rubinstein.