Düsseldorf: Das Größte seit den Fischer-Chören

Düsseldorf : Das Größte seit den Fischer-Chören

Rund 3000 Menschen trafen sich in Essen, um für das Pop-Oratorium "Luther" zu proben, das bald in Düsseldorf zu sehen ist.

Sie kommen mit Bussen, Autos und der Straßenbahn, immer mehr kommen zur unwirtlichen Essener Grugahalle. Und obwohl das Wetter an diesem Sonntag sicher besser sein könnte, die Stimmung unter ihnen ist großartig, ein bisschen fühlt sich das an wie Kirchentag oder Schulausflug. Warum das so ist, weiß Ursula Grummer genau: "Man geht immer mit einem Lied nach Hause, Singen macht einfach gute Laune", sagt die Düsseldorferin. Auch ihre Mitsängerin Ingeborg Henckel kann sich nur wundern, warum nicht mehr Menschen Mitglied in Chören sind. "Singen gibt einem ein gutes Gefühl", sagt sie. Ihr hilft es zudem, den Alltag zu vergessen, abzuschalten, etwas hinter sich zu lassen. Dass dies offenbar vielen anderen auch so geht, zeigen die etwa 3000 Menschen, die zum ersten Mal gemeinsam für ihren großen Auftritt am 4. Februar im ISS-Dome proben. Dann werden sie zweimal das Pop-Oratorium "Luther" aufführen, ein Projekt, das die Stiftung Creative Kirche angestoßen hat. Das Musical hatte 2015 in der Dortmunder Westfalenhalle seine Uraufführung und wurde von Dieter Falk komponiert.

Falk ist natürlich auch bei der Probe dabei. Die findet in Essen statt, weil in Düsseldorf keine Halle frei war. Als der Düsseldorfer die Bühne betritt, wird er von den Sängern bejubelt. "Singen ist wieder in", sagt Falk und betont, wie sehr er sich freue, dass gerade im Rheinland der größte Chor im Rahmen des Projektes zustande gekommen ist. "Das ist das Größte seit den Fischer-Chören", sagt Falk und wieder jubelt die Menge.

Ein bisschen verhaltener fällt der Applaus aus, als er den wohl prominentesten Mitsänger auf die Bühne holt. Aber natürlich wird auch Oberbürgermeister Thomas Geisel beklatscht, als er erzählt, dass er einige Proben zwar versäumt habe, sein Pensum aber auf den Autofahrten in den Skiurlaub nach Österreich aufgeholt habe. Zum Leidwesen seiner Familie, wie Geisel lachend bemerkt.

Dann allerdings beginnt die eigentliche Probe mit dem Dirigenten Christoph Spengler. Man könnte meinen, dass es schwierig ist, einen solch großen Chor zu dirigieren, doch Spengler tut dies mit Lässigkeit und Witz, und sein Publikum ist mehr als willig, ihm zu folgen. Für die evangelische Kirche ist das Oratorium mit mehr als 20.000 Sängern und bis zu 100.000 Zuschauern schon jetzt ein Riesenerfolg. "Ich freue mich, dass auch hier im Rheinland und speziell in Düsseldorf dieses Stück zur Aufführung kommen wird", sagt Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen im Rheinland. Auch er kommt am Nachmittag nach Essen, um die Sänger zu unterstützen. Nicht stimmlich, aber moralisch.

Tickets für die Aufführungen im ISS-Dome kosten zwischen 19 und 59 Euro und sind über www.ticketmaster.de buchbar oder auch telefonisch unter 01806/9990000

(RP)
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