Flughafengeschäft brummt: Das Geld liegt auf dem Boden

Flughafengeschäft brummt : Das Geld liegt auf dem Boden

Der Flughafen macht nicht nur Umsatz mit startenden und landenden Flugzeugen. Immer mehr Einnahmen kommen aus dem "Non-Aviation-Geschäft" mit Ladenmieten, Werbung und Parkplätzen.

Wer in Urlaub fliegt, bei dem ist die Stimmung gut, und das Geld sitzt locker. Beim Bummel durch den Flughafen nutzen viele noch kurz vor dem Start die Gelegenheit, einzukaufen. Auch der Geschäftsmann, dessen Flieger spät ankommt und der daheim den Kühlschrank leer weiß, nimmt gern noch etwas zu essen mit. Was jeder dieser Passagiere ausgibt, ist statistisch erfasst: Knapp zehn Euro lässt er in einem der Läden, Restaurants oder Bars. Bei gut 16 Millionen Passagieren pro Jahr ist das ein Umsatz von 160 Millionen Euro. Allein im Bereich des Flughafens.

Das erfreut nicht nur die Gastronomen oder Ladeninhaber, sondern auch die Flughafengesellschaft. In Zeiten gedrückter Preise bei Service-Leistungen direkt am Flieger und sinkender Start- und Landegebühren (zu zahlen für jede Maschine) hat man damit begonnen, andere Einnahmequellen zu erschließen. Und zwar solche, die mit dem Luftverkehr direkt nichts zu tun haben - das Geld liegt auf dem Boden, sozusagen. Und der Flughafen bückt sich gern, um es aufzuheben.

Rund 110 Millionen Euro Umsatz hat die Gesellschaft 2006 in diesem so genannten Non-Aviation-Geschäft (Non Aviation = Nicht-Fliegerei) erzielt. Das sind knapp 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus dem Flughafen-Betrieb, erläuterten die Geschäftsführer Christoph Blume und Thomas Schnalke. Sie rechnen damit, dass dieser Anteil in wenigen Jahren auf 50 Prozent und mehr steigen wird. Seit 2000 ist er kontinuierlich um rund 30 Prozent gestiegen, die Zahl der Passagiere dagegen nur um 13 Prozent. Der Rückschluss: Das Umsatz-Plus wird in Bereichen erzielt , die nicht direkt mit dem Passagieraufkommen zusammenhängen.

Zum Beispiel bei der Vermietung von Werbeflächen oder Events, die der Flughafen anbietet. Dahinter steckt ein ausgetüfteltes Konzept. Ziel ist die Vermarktung des Flughafens als Erlebnis- und Einkaufswelt und Werbemedium. Die Läden und ihr Angebot werden mit Bedacht ausgewählt, Kaufleute auf die besonderen Gegebenheiten des Flughafens hingewiesen. Beispielsweise müssen die Bekleidungsgeschäfte auch im Winter Sommerkleidung für die Fernreisenden anbieten. Düsseldorf setzt auf Markenkonzepte, die den Kunden aus ihrem sonstigen Umfeld vertraut sind: McDonalds, Boss oder Nordsee präsentieren ihre Ware wie in anderen Einkaufsstraßen, bei den Preisen wird am Flughafen kein Aufschlag geduldet.

Je nach Terminal variiert das Angebot. Wo die Business-Flieger abheben, ist es anders als im Hauptquartier der Mallorca- und Türkei-Freunde. Insgesamt, so die beiden Geschäftsführer, will man einerseits Kauflust wecken, aber auch ein gutes Gefühl erzeugen und damit die Hemmschwelle senken. Das Kalkül: Wer einmal dort war, Parkplätze und die Wege kennt, der ist demnächst eher geneigt, auch mal eine Flugreise zu buchen. Abgesehen von den eigenen 2000 Mitarbeitern des Flughafen-Konzerns haben mehr als 460 Unternehmen knapp 16000 Beschäftige gemeldet, die ebenfalls auf dem weiten Gelände arbeiten. Der Flughafen hat sich als Jobmaschine etabliert: Allein die Erweiterung der Betriebsgenehmigung brachte im vergangenen Jahr rund tausend neue Arbeitsplätze.

(RP)